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Celle Stadt Integrationskonzept verabschiedet
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Integrationskonzept verabschiedet
17:50 23.11.2010
Celle Stadt

Als einen deutlichen Schritt nach vorne für den Landkreis Celle sehen die Mitglieder des Kreistages das neue Integrationskonzept, das in der jüngsten Sitzung einstimmig verabschiedet wurde. Auf 61 Seiten listet der Bericht den Ist-Zustand beim Thema Integration bis in die Gemeinden auf und stellt Maßnahmen und Projekte vor, die schon laufen, um die Eingliederung von Migranten in die deutsche Gesellschaft unterstützen sollen.

Das Konzept zeigt außerdem Handlungsfelder, in denen die Integrationsarbeit verbessert werden kann. Möglichkeiten sieht die Autorin Ulrike Brinken in der Sprach- und Bildungsförderung im frühkindlichen Bereich, bei Bildungsprojekten. Es geht in dem Bericht auch um die neue Stelle für Integrationsangelegenheiten. „Die Aufgaben sollte die Bereiche Vernetzung, Beratung und Koordination umfassen“, heißt es in dem Bericht. Fachwissen und Informationen sollen durch diese Position an Akteure, Interessierte und Öffentlichkeit weitergeleitet und verschiedene Bereiche miteinander verknüpft werden.

Der Kreistag begrüßte einhellig das Konzept, doch einige Konfliktlinien zeichneten sich trotz des Lobes bereits ab. „Wir begrüßen das Konzept, denn wir müssen uns viel stärker auf den Wandel in der Bevölkerung einstellen“, sagte Annette von Pogrell (SPD). Allerdings sei es mit der Darstellung der Programme, die bereits laufen, nicht getan. Denn zum einen liefen einige der Projekte wie zum Beispiel Basic aus. Zum anderen müsse der Kreis auch mehr Geld in die Hand nehmen, um Projekte voranzutreiben. „Nur mit Ankündigungen in einem Konzept ist es nicht getan“, so von Pogrell.

Georgia Langhans (Grüne) sah in dem Konzept eine „Sternstunde für meine Partei“. Der Bericht weise auf die Notwendigkeit stärkerer Anstrengungen hin. Langhans forderte eine stärkere interkulturelle Öffnung der Verwaltung und bessere Hinweise für Eltern mit Migrationshintergrund im Schulsystem. Diese „wollen eine besser Bildung für ihre Kinder, scheiterten aber oft am System“, so Langhans.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Joachim Müller lobte ebenfalls die Arbeit, war bei seiner Rede indirekt für die kommunale Selbstverwaltung der Arbeitslosen. „Integration findet in erster Linie über den Arbeitsplatz statt“, sagt Müller.

Der Landkreis habe im Bereich der Grundsicherung früher viel über Praktikumsplätze gemacht. „Das scheint der Bundesagentur jetzt so nicht mehr möglich“, kritisierte Müller.

Joachim Falkenhagen sah Integration ebenfalls als gesamtgesellschaftliche Aufgabe, aber „alle haben nur darüber gesprochen, dass der Landkreis etwas tun muss. Es ist aber zunächst Sache der zu Integrierenden einen Beitrag zu leisten“, sagte Falkenhagen. Das sollte man stärker betonen.

Von Tore Harmening