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Celle Stadt Intensive Debatte um Celler Förderschulen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Intensive Debatte um Celler Förderschulen
19:21 26.10.2015
Von Simon Ziegler
Celle Stadt

Die mögliche Schließung von drei Förderschulen sorgt im Kreis Celle für Diskussionsstoff. Nachdem bereits die CDU die mögliche Schließung scharf kritisiert hat, haben auch Vertreter von WG und FDP zum Ausdruck gebracht, dass sie die Folgen der rot-grünen Schulpolitik für falsch halten. "Förderschulen sind die beste Lösung für Schüler mit Förderbedarf. Sonst wird Inklusion zur Exklusion. Schüler könnten an Regelschulen ausgegrenzt werden", sagte FDP-Fraktionschefin Jutta Krumbach.

Vergangene Woche wurden Pläne öffentlich, wonach die Kreisverwaltung vorschlägt, die Janusz-Korczak-Schule in Wathlingen und die Astrid-Lindgren-Schule in Winsen 2016 und die Garßener Erich-Kästner-Schule 2017 aufzulösen. Grund sind deutlich fallende Schülerzahlen, nachdem Rot-Grün beschlossen hat, die Förderschulen Lernen auslaufen zu lassen. Die anderen Förderschulen wie Geistige Entwicklung oder Körperlich-Motorische Entwicklung bleiben erhalten.

Ulrich Kaiser (WG) betont, dass die Wählergemeinschaft die Entscheidung des Landes kritisiert habe, die Förderschulen Lernen aufzugeben. "Das halten wir für den falschen Weg. Wir sind der Auffassung, dass man den Schultyp beibehalten sollte. Wahlfreiheit für Eltern ist wichtig", sagte er. Zugleich sei aber zu konstatieren, dass die Einrichtungen in Winsen und Wathlingen als Folge der rot-grünen Bildungspolitik zu wenig Schüler "für vernünftigen Unterricht" hätten. Deshalb sei die Schließung wohl nicht zu verhindern.

Ganz anders wertete Annegret Pfützner (Grüne) das mögliche Aus der Förderschulen mit Schwerpunkt Lernschwäche. "Ich halte das für unbedingt richtig", sagte sie. Zwar gebe es an den Regelschulen viele Probleme, weil Lehrer nicht genügend Zeit für Schüler mit Förderbedarf haben. Es sei aber nicht hinnehmbar, "dass wir einen großen Anteil von Schülern aussortieren", sagte sie. Kinder mit Förderschulabschluss stünden nämlich an letzter Stelle, wenn es um Ausbildungs- und Arbeitsplätze geht.

Maximilian Schmidt (SPD) warf CDU und FDP erhebliche Erinnerungslücken vor. Die alte Landesregierung aus CDU und FDP habe den "Einstieg in den Ausstieg bei den Förderschulen beschlossen". Denn im Jahr 2012 sei ein Gesetz verabschiedet worden, wonach im Primarbereich inklusiv beschult wird. Das wurde jetzt auf den Sekundarbereich ausgedehnt. "Das ist keine Erfindung von Rot-Grün", sagte Schmidt.

Unterdessen hat Nienhagens Bürgermeister Jörg Makel (SPD) die Bürgermeister in der Samtgemeinde Wathlingen angeschrieben, um sich für den Erhalt der Wathlinger Förderschule einzusetzen. "Ich halte es für vollkommen verfehlt, dieses Angebot aufzugeben", sagte Makel. Er wisse, dass er sich mit seiner Meinung gegen die Partei stelle. "Ich weiß aber auch, wie viele Jugendliche den Besuch der Förderschule als ausgezeichnetes Sprungbrett in qualifizierte Berufe nutzen konnten – junge Menschen, die in einer inklusiven Schule wohl kaum Chancen gehabt hätten", erklärte Makel.