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Celle Stadt Investor will 50 bis 70 neue Jobs schaffen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Investor will 50 bis 70 neue Jobs schaffen
18:44 05.02.2010
Von Oliver Gatz
Auf dem Gelände des Mörtelwerks soll ein Vier-Sterne-Hotel mit Wellnessbereich gebaut werden. Quelle: Peter Müller
Celle Stadt

184 Betten, 50 bis 70 neue Jobs und Investitionskosten zwischen 15 und 18 Millionen Euro: Mario Hustedt hat Großes vor. Auf dem Gelände des von ihm betriebenen Mörtelwerkes zwischen Garßen und Alvern will er ein Vier-Sterne-Hotel mit Spa- und Wellnessbereich bauen lassen und erwartet ein positives Zusammenwirken mit dem benachbarten Golfplatz. „Das ist für Celle eine erhebliche Bereicherung“, meint Hustedt – und hofft, dass die politischen Gremien sein Vorhaben unterstützen.

Doch dort herrscht angesichts vieler offener Fragen Skepsis. Zwar empfahlen am Mittwoch die Ortsräte von Altenhagen mit Bostel und Lachtehausen und von Garßen in einer gemeinsamen Sitzung, die Planungen voranzutreiben. Aber etliche Bedenken konnten Hustedt und sein Planer Holger Krüger nicht entkräften. So ist bislang nicht bekannt, wie das Hotel genau aussehen wird, wie hoch Wärme- und Wasserbedarf sein werden, wie mit schützenswerter Vegetation auf dem Gelände umgegangen wird, ob Ausgleichsmaßnahmen erforderlich sind, wie sich das Verkehrsaufkommen in Garßen ändern wird und ob sich das Projekt wirtschaftlich trägt. Konkrete Architektenpläne präsentierte Krüger nicht. Er verwies darauf, dass sich das Vorhaben erst in der Anfangsphase befinde.

Bislang ist nur bekannt: Das zwei- bis dreigeschossige Hotel soll teilweise über Gründächer und Photovoltaik-Anlagen verfügen, eine Fassade aus Naturstein erhalten und mit regenerativen Energien betrieben werden. Der Wellnessbereich soll nicht nur Hotelgästen vorbehalten sein. Der Baubeginn ist für kommendes Jahr vorgesehen. Für den Fall einer Insolvenz müssen laut Krüger Sicherheiten hinterlegt werden. Dies werde in einem Durchführungsvertrag geregelt, sagte er.

Hustedt ist Geschäftsführer einer Investorengruppe, die in Deutschland unter dem Namen Roxor firmiert und in Estland und Norwegen bereits Hotelanlagen verwirklicht hat. Eine Homepage gibt es von Roxor bislang nicht. Sollte das Hotel-Vorhaben in die Tat umgesetzt wird, will Hustedt sein Mörtelwerk an anderer Stelle weiterbetreiben.

Garßens Ortsbürgermeister Michael Bischoff (CDU) sieht Chancen in dem Wellness-Hotel. „Das ist ein Markt der Zukunft“, sagte er. „Die Wirtschaftlichkeit ist aber Sache des Investors. Wir können nur entscheiden, ob das politisch und wirtschaftlich für unseren Stadtteil Sinn macht.“

Bischoff hofft auf den Anschluss an die Biogasanlage in Bostel. Aber auch das ist noch nicht entscheiden. Die Planungen für eine Erweiterung der Biogasanlage laufen in einem getrennten Verfahren. Und dann muss es auch noch zu einer Kooperation mit dem Hotel kommen. Für die Realisierung des Hotel-Projekts sind die Änderung des Flächennutzungsplanes und eine Sondergebietsausweisung über einen vorhabenbezogener Bebauungplan erforderlich.