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Celle Stadt Irak-Flüchtlinge: Celler Grüne fordern Runden Tisch
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Irak-Flüchtlinge: Celler Grüne fordern Runden Tisch
16:24 21.05.2015
Von Gunther Meinrenken
ARCHIV - Das am 23.10.2013 veröffentlichte Foto zeigt Syrer, die am 21.10.2013 an der Grenze auf eine Fluchtmöglichkeit in Semalka (Syrien) in den Irak warten. Mehr als drei Jahre nach Ausbruch des Bürgerkriegs in Syrien wird die Lage der Flüchtlinge immer dramatischer. Nach Angaben der Vereinten Nationen ist fast die Hälfte aller Syrer wegen der Gewalt auf der Flucht oder aus den Heimatorten vertrieben worden. Foto: MAURICIO MORALES/dpa (zu dpa 0325 vom 28.08.2014) +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: MAURICIO MORALES
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Landfrauen, Unicef, Pokerturniere für den guten Zweck, die Initiative Mauernstraße und Spendenaufrufe unter anderem von Celler Eziden: Das sind nur einige Beispiele für die große Hilfsbereitschaft in der Residenzstadt für die Eziden und Christen, die im Nordirak von den Extremisten des Islamischen Staates verfolgt werden. Bei der Fülle an Aktionen ist es schwer, einen Überblick zu bewahren. Die Celler Grünen wollen unter anderem mit der Einrichtung eines Runden Tisches für die Verfolgungsopfer diese Hilfsmaßnahmen lenken und koordinieren.

Kirchen, soziale Träger, Verwaltung und Politik sowie Institutionen aus anderen gesellschaftlichen Bereichen, die sich der Belange der Flüchtlinge annehmen wollen, sollen nach der Vorstellung von Bernd Zobel, Fraktionsvorsitzender der Grünen, am Runden Tisch Platz nehmen. "Hier könnten wir zum Beispiel für die Weihnachtszeit Spendenaktionen zusammenfassen, bevor alle gleichzeitig ähnliche Dinge anbieten", argumentiert Zobel. Außerdem: "Oft wissen die Menschen nicht, wer genau hinter einer Kontonummer steht. Der Runde Tisch könnte hier den Spendern sichere Wege anbieten", so der Fraktionsvorsitzende der Grünen-Ratsfraktion.

Viel wichtiger ist ihm allerdings die Hilfe für die Flüchtlinge, die auch in Celle erwartet werden dürften. Zobel möchte hier mit anderen gesellschaftlichen Akteuren die nötige Unterstützung und Hilfsangebote auf den Weg bringen. Er sieht den Runden Tisch als zeitlich begrenztes Projekt, das allerdings nachhaltige Effekte erzielen solle.

Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende (SPD) hält einen Runden Tisch für zu früh. "Ich führe mit vielen Stellen Gespräche unter anderem mit dem Auswärtigen Amt und mit der SPD-Bundestagsabgeordneten Kirsten Lühmann", teilt Mende, der auch mit Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius in engem Kontakt steht, mit. Dennoch nehme die Verwaltung den Hinweis aus dem Antrag gern auf, sich noch intensiver mit den denkbaren Akteuren vor Ort abzustimmen. "Ohne dass bislang die notwendige Klarheit hinsichtlich der besonderen Situation von ezidischen Flüchtlingen aus dem Irak besteht, ist ein Runder Tisch vielleicht zu früh und kann keine verbindlichen Verabredungen treffen. Die Verwaltung wird notwendige Gespräche und Informationen zur rechten Zeit führen", erklärt Celles Oberbürgermeister.