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Celle Stadt Jäger und Kreis sichern Boyer Entenfang
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Jäger und Kreis sichern Boyer Entenfang
11:56 25.01.2017
Von Michael Ende
Mehr als nur Enten: Im Boyer Reservat fühlt sich auch der Eisvogel wohl. Quelle: Anne Friesenborg
Celle Stadt

Bereits bis zum 31. Dezember 2016 bestand ein Vertrag zwischen der Eigentümerin einerseits und der Jägerschaft des Landkreises Celle, der Stadt Celle und dem Landkreis Celle andererseits. Dieser Vertrag war Grundlage für eine jährliche finanzielle Unterstützung der Eigentümerin im Interesse des Biotop- und Artenschutzes sowie zur Erhaltung der 300 Jahre alten Entenkoje.

Um den Erhalt des Wasserwildreservates auch zukünftig sicherzustellen, wurde nun ein Anschlussvertrag in modifizierter Form unter Beibehaltung der bisherigen Fördersumme geschlossen. Im Hinblick auf die von der Stadt Celle geplante – den „Entenfang Boye“ einschließende – Ausweisung eines neuen Naturschutzgebietes ist der Vertrag auf zwei Jahre bis Ende 2018 befristet. Die vereinbarte Förderung hat ein Gesamtvolumen von 6.500 Euro jährlich. Davon übernehmen die Jägerschaft 3.900 Euro und der Landkreis Celle 2.600 Euro.

Das Wasserwildreservat „Entenfang Boye“ besteht bereits seit dem Jahr 1690. Damals hatte der Celler Herzog Georg Wilhelm eine sogenannte „Entenkoje“ nach niederländischem Vorbild errichten lassen, um so den Lebendfang von Wildenten zu erreichen. Nach holländischen Vorbildern wurde eine Fanganlage installiert, die nur einen Auftrag hatte, nämlich die Küche im Celler Schloss ständig und massenhaft mit Wildenten zu versorgen. Der herzogliche Entenmeister, auch Kooiker genannt, hielt Lockvögel, die die Wildenten um sich scharten und zu den Fangnetzen geleiteten. In der Schlossküche gab es angeblich nie einen Mangel an Wildenten.

Im Laufe der Jahre wurde die Entenkoje durch den Bau von Gräben, Teichen, Wehren und Schleusen vergrößert, sodass sich dort bis heute eine zum Teil für das europäische Naturerbe bedeutsame Flora und Fauna entwickelt hat. Die Entenkoje ist in Niedersachsen einzigartig. Die aufgrund der dort befindlichen Tier- und Pflanzenwelt zu einem Wasserwildschutzgebiet, Landschaftsschutzgebiet und FFH-Gebiet erklärte Teichlandschaft rundet das Wasserwildreservat im Bereich des Wild- und Naturschutzes ab.