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Celle Stadt Janne Bergmann berichtet über Auslandsjahr in Norwegen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Janne Bergmann berichtet über Auslandsjahr in Norwegen
11:36 27.11.2013
In norwegischer Tracht: Janne Bergmann (rechts) und ihre Gastschwester feiern den Norwegischen Nationaltag ( 17. Mai). Quelle: Stefanie Franke
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„Reisen veredelt den Geist und räumt mit allen unseren Vorurteilen auf“ – das wusste schon der irische Schriftsteller Oscar Wilde. Auch Janne Bergmann (17) aus Celle machte diese Erfahrung im vergangenen Jahr. Sie war von August vergangenen Jahres bis Juni 2013 für ein Jahr in Fredrikstad in Norwegen. „Ich hatte einfach mal Lust, etwas Neues zu erleben,“ sagt sie. „Dazu gekommen ist es, weil ich viele Leute kenne, die das ebenfalls gemacht haben.“

Damit auch alles reibungslos klappt, hat sie sich etwa ein Jahr vor ihrer Abreise bei der Austauschorganisation AFS beworben. Dort wurde die gesamte Organisation koordiniert. Doch wie kam es, dass sie sich gerade Norwegen ausgesucht hat? „Im Allgemeinen ist es so, dass man bei der Bewerbung fünf verschiedene Wunschländer angeben muss,“ so Bergmann. „Norwegen war mein Erstwunsch und den habe ich glücklicherweise auch bekommen.“ Dieses Land reize sie besonders, da sie selbst norwegische Wurzeln habe und Land sowie Sprache unglaublich toll fände.

Während ihres Auslandsjahres war Bergmann in einer Gastfamilie untergebracht. Dort hatte sie ältere Geschwister, zwei Schwestern und einen Bruder, die sie alle warmherzig in ihre Familie aufgenommen haben. „Ich habe mich von Anfang an super gut mit allen verstanden. Nach dem Jahr war ich schon zwei Mal zu Besuch, weil sie für mich einfach wie eine zweite Familie sind.“ In Norwegen ist sie ganz normal zur Schule gegangen. Natürlich ist auch dort aller Anfang schwer. Man müsse sich erst einmal an alles gewöhnen, Familie und Umgebung kennen lernen und den Mut aufbringen, neue Leute anzusprechen, so Bergmann.

Beim AFS haben Schüler zwischen 15 und 18 Jahren die Möglichkeit, aus 50 Ländern ihr Wunschziel auszuwählen und dort ein ganzes oder halbes Schuljahr zu verbringen. Während ihres Auslandsaufenthaltes lernen die Schüler zum einen die neue Sprache oder festigen bereits bestehende Sprachkenntnisse, zum anderen entdecken sie fremde Kulturen und knüpfen internationale Kontakte. Diese Erfahrungen im Ausland sind besonders im Berufsleben besonders hilfreich. Außerdem werden Selbstbewusstsein und Selbstständigkeit der Austauschschüler gefördert und neue Freundschaften geknüpft.

Zu einem solchen Schritt gehört aber auch eine gehörige Portion Mut. „Bevor ich gegangen bin, war Heimweh meine größte Sorge. Ich hatte Angst, dass ich mich mit meiner Gastfamilie nicht verstehen würde und ganz viel Heimweh bekäme“, erzählt Bergmann. Diese Sorge war aber letztlich unbegründet: „Ich hatte kaum, beziehungsweise fast nie Heimweh. Meine Gastfamilie hat mich so gut aufgenommen und alle waren so nett zu mir, da hatte ich eigentlich gar keinen Grund, mein Zuhause zu vermissen.“

Auch mit der Verständigung habe es keine Probleme gegeben. „Am Anfang habe ich viel Englisch gesprochen.“ Nach einiger Zeit ging es dann mit Norwegisch weiter: „Das Verstehen klappt erst mal besser als das Sprechen. Inzwischen spreche ich so gut wie fließend norwegisch.“ Auch das Leben und die Menschen in Norwegen habe sie als sehr angenehm empfunden: „Besonders die Natur ist atemberaubend. Norwegen ist vor allem ein sehr kaltes und dunkles Land, mit viel Schnee im Winter und viel Regen in den anderen Jahreszeiten. Das hat mich aber absolut nicht gestört.“

Bergmann ist nach ihrem Auslandsjahr um viele tolle Erfahrungen reicher. Sie sei selbstständiger und erwachsender geworden. Auch für die Zukunft nach dem Abitur plane sie weitere Auslandsaufenthalte, um weiterhin andere Kulturen kennen zu lernen.

Wer ebenfalls an einem Auslandsaufenthalt interessiert ist, findet nähere Informationen auf www.afs.de. Bewerben kann man sich für die Abreise im Sommer vom 1. September bis 15. Oktober des Vorjahres und für die Winterabreise vom 1. März bis 15. Mai des Vorjahres.

Von Stefanie Franke