Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt „Jauchzet dem Herrn“
Celle Aus der Stadt Celle Stadt „Jauchzet dem Herrn“
17:52 19.11.2018
Die Celler Stadtkantorei unter der Leitung von Stephan Doormann bei ihrem Auftritt in der Stadtkirche. Quelle: Oliver Knoblich
Celle Heese

Damit konnte man nicht unbedingt rechnen. Zum ersten A-cappella-Konzert der Stadtkirchenkantorei nach mehr als 15 Jahren war die Kirche voller als bei der Matthäus-Passion. Nach dem Anfangsstück „Herr, auf dich traue ich“ von Heinrich Schütz gab Kantoreichef Stephan Doormann einige Erläuterungen zur Programmfolge, die aber leider, wie auch die beiden weiteren Moderationen, etwas arg langatmig und pastoral gerieten. Trotzdem jedoch ist von einem rundum positiv einzuordnenden Konzert zu berichten, das spürbare Fortschritte in der Entwicklung dieses Chores klanglich dokumentierte. Keine Frage: Die Stadtkantorei ist zurzeit in einer sehr positiven Phase, die schon klanglich manch erfreuliches Ergebnis zeitigt.

Johannes Brahms‘ Motette „Warum“

Doormann hat für die Reifeprüfung dieses Konzerts die Messlatte selbst recht hoch gelegt, indem er abgesehen von wenigen einfachen Stücken wie dem „Ich lobe meinen Gott“ überwiegend ambitionierte Stücke ausgewählt hat, Stücke großteils, die man heute andernorts eher von flexiblen und mit Halbprofis besetzten Kammerchören als von groß besetzten Kantoreien hören kann, die aber in einer Großbesetzung gesungen durchaus einen besonderen Reiz und eine spezielle Eindrücklichkeit entwickeln können. Nicht zuletzt Johannes Brahms‘ Motette „Warum“ ist an dieser Stelle zu nennen. Da entscheidet sich bereits beim ersten Ton, ob die Wiedergabe etwas wird oder nicht. Wenn dieses „Warum“ nicht genügend Kraft und musikalische Authentizität hat, dann nützt auch eine sich anschließende schlüssige Wiedergabe der Motette nur noch bedingt etwas. Hier kamen die ersten Töne des „Warum“ mit größter Kraft und vollkommener Glaubwürdigkeit. Das klang geradezu erschütternd. Und erschien dabei in der Folge dann sehr differenziert gearbeitet. Wenn da nicht gelegentliche Intonationstrübungen oder Balancestörunges gewesen wären, dann wäre man aus dem Staunen kaum mehr herausgekommen.

100. Psalm „Jauchzet dem Herrn“

Ähnlich beeindruckend gelang auch das bekannte „Ubi Caritas“ von Maurice Duruflé. Die klangfarbliche Palette des Stückes war zwar noch nicht so weit entwickelt, wie das bei diesem Stück denkbar ist, aber der Gesamteindruck war doch sehr positiv, auch wenn beim Amen dem Chor fast die Luft ausging. Ein weiteres, besonders stark gelungenes Stück war die Vertonung des 100. Psalms „Jauchzet dem Herrn“ durch Felix Mendelssohn Bartholdy. Da ließ Chorleiter Doormann seinen Chor wirklich jauchzen und gab sich nicht mit den bei derlei Wiedergaben oft zu erlebenden halben Sachen zufrieden. Umso überzeugender war dann auch das Ergebnis.

Triosonaten-Sätze von Johann Sebastian Bach

Bemerkenswert war zudem, dass Kirchenmusikdirektor Michael Voigt zwei gänzlich unbekannte Triosonaten-Sätze von Johann Sebastian Bach als faszinierende musikalische Markierungen zwischen den drei Blöcken an der Orgel musizierte. Er registrierte dabei weitgehend mit Einzelregistern, was der Transparenz und der klanglichen Originalität keinen Abbruch tat, ganz im Gegenteil: Diese drei gegeneinander gesetzten Stimmen ließen gerade in dieser Registrierung aufhorchen. Keine Frage: Die Kantorei sollte ruhig mal öfter A-cappella singen. Das wird sie sicher noch sicherer und damit für den Zuhörer umso reizvoller machen.

Von Reinald Hanke

Die Celler Politik stellt die Weichen für den Haushalt des kommenden Jahres. Einsparungen haben bereits erste Begehrlichkeiten geweckt.

Gunther Meinrenken 19.11.2018

Das Klarinetten-Trio Schmuck brillierte bei seinem Konzert im Beckmannsaal. Die Zusammenstellung des Programms konnte indes nicht überzeugen.

18.11.2018

Besondere Schau aus besonderem Anlass: Die Celler Galeristin Ute Halbach-Meinecke begeht das Jubiläum ihres Hauses mit ausgestellten Lieblingsstücken.

18.11.2018