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Celle Stadt Jedes zweite Fahrrad an Celler Schulen nicht verkehrssicher
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Jedes zweite Fahrrad an Celler Schulen nicht verkehrssicher
15:12 11.12.2013
Von Christopher Menge
Von Gunther Jehle - CELLE. Viel öfter sollte die Polizei doch einmal die Radfahrer kontrollieren. So meldete sich vor etwa zwei Wochen ein Celler, der sich über das rücksichtslose Verhalten einiger Radler beschwerte, bei der hiesigen Polizeiinspektion. Dass die Beamten diesem Wunsch nur zu gern nachkamen, hat der Mann nun am eigenen Leib erlebt. Er gehörte mit zu den ersten, die bei einer groß angelegten Kontrolle der Polizei „ins Netz“ gingen. Am Schlossplatz hielten ihn die Ordnungshüter an, als er in verkehrter Richtung in der Einbahnstraße unterwegs war. - „Natürlich haben wir unsere Kontrolle nicht auf Anregung dieses Verkehrssünders gemacht“, erklärte Polizeisprecher Christian Riebandt, „aber so ein Fall entbehrt nicht einer gewissen Ironie.“ Der Innenstadtbereich, dort, wo besonders viele unterschiedliche Verkehrsteilnehmer aufeinandertreffen birgt ein großes Gefahrenrisiko – eben unter anderem auch, weil sich einige Radfahrer nicht an die Regeln halten und die nötige Rücksichtnahme vermissen lassen. - Die gestrige Kontrolle, bei der Zweier- und Dreierteams der Polizei die Schuhstraße, Hehlentorstraße, Zöllnerstraße, Großer Plan und die Kreuzung Südwall/Westcellertorstraße im Visier hatte, bestätigte das. - Insgesamt stellten die Beamten etwa 50 Verstöße fest. Dabei beließen es die Polizisten nicht nur bei Ermahnungen, die Verkehrssünder wurden sogleich zur Kasse gebeten. 13-mal wurden Radler erwischt, die auf Gehwegen oder in der Fußgängerzone nicht von ihrem Drahtesel steigen wollten – macht 10 Euro. 15 Euro zahlten die 29 Radfahrer, die entgegen einer Einbahnstraße, vor allem in der Schuhstraße und in der Hehlentorstraße, fuhren. Mit 25 Euro war ein Fahrradfahrer dabei, der gleichzeitig fuhr und mit dem Handy telefonierte. - „Bisher haben wir acht Radfahrer ertappt. Die meisten Verkehrssünder sind einsichtig“, berichtete Kommissar Björn Gawert, der gerade in der Schuhstraße eine junge Frau „entlässt“, Quelle: nicht zugewiesen
Celle Stadt

Regen, Nebel, Dunkelheit. Autofahrer haben es in der kalten Jahreszeit schwer, auf den Straßen den Überblick zu behalten. Gerade Fahrradfahrer sind oftmals kaum zu sehen, da sie ohne Licht fahren und dunkel gekleidet sind. Die Radler setzen sich so einer großen Gefahr aus, die aber offensichtlich von vielen unterschätzt wird. Im Rahmen der Aktion „Das sichere Zweirad“ haben ADAC, Polizei und Verkehrswacht 4000 Fahrräder im Bereich der Polizeiinspektion Celle kontrolliert. 35 Prozent der Räder wiesen Mängel auf.

Noch besorgniserregender sind die Ergebnisse an den Celler Schulen. Fast jeder zweite Drahtesel ist nicht verkehrssicher. „Vielen Jugendlichen ist der technische Zustand ihres Fahrrades vollkommen egal“, sagt Joachim Ehlers,Verkehrssicherheitsberater der Polizei Celle, „obwohl die Kontrollen vorher angekündigt worden, gab es eine derart hohe Beanstandungsquote – das ist erschreckend.“ Die Bandbreite der Mängel reicht dabei vom defekten Licht bis zum völligen Bremsversagen. „Es ist vollkommen unverständlich, dass Eltern ihre Kinder mit verkehrsunsicheren Fahrrädern fahren lassen. Die Eltern stehen hier mit in der Verantwortung“, betont Ehlers.

Auch Helmut Genthe, Geschäftsführer der Verkehrswacht Celle Stadt und Land nimmt die Eltern in die Pflicht. „Es muss sich dringend etwas tun“, so Genthe. Wenn die Fahrräder zu große Mängel aufwiesen – beispielsweise bei einer defekten Bremse – mussten die Eltern die Räder von der Schule abholen.

Neben der Bremse ist eine funktionierende Lichtanlage gerade in der dunklen Jahreszeit Voraussetzung zur Teilnahme am Straßenverkehr. Doch gerade hier werden oftmals erhebliche Mängel festgestellt. „Dabei kann die Reparatur jeder Laie selbst machen“, bemängelt Genthe. Manche Radler verzichten gar auf das Licht, da das Fahren mit Dynamo schwerer ist.

Seit dem 1. August können aber auch Stecklichter genutzt werden. Zwar sind sie noch nicht per Gesetz erlaubt, aber die Polizei soll die Nutzung nicht mehr sanktionieren. Schließlich geht es darum, dass die Radfahrer gesehen werden.