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Celle Stadt Jenny Thiele und Irene Novoa: Jeder Ton mit Seele
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Jenny Thiele und Irene Novoa: Jeder Ton mit Seele
16:17 09.04.2018
Quelle: David Borghoff
Celle Stadt

Der Trip in die Südheide, die von Novoa charmanterweise als das Galizien Norddeutschlands tituliert wurde, hat sich gelohnt für die Zuhörer im traditionsreichen Kirchencafé.

Man erlebte zwei Musikerinnen, die das Potential haben, ganz andere, viel größere Räume zu füllen. Im kleinen Winser Café taten sie sich anfangs allerdings ein wenig schwer, waren zu laut und tontechnisch schlecht auf einander abgestimmt. Das besserte sich im Laufe des Abends, war aber schon ein wenig typisch für dieses Konzert: Es gefiel durch musikalische Vielfalt, es wirkte aber immer wieder doch etwas unfertig. Man hatte eher den Eindruck, einer gelungenen Probe beizuwohnen als einem Konzert.

In anderen Fällen würde man sich da vielleicht ärgern, hier nicht. Denn was diese beiden Musikerinnen boten, hatte viel Faszinierendes ganz unterschiedlicher Art. Mal kam man eher mainstreamig daher wie in „Tearing down the Wall“, dann wurde man überrascht von schlicht wirkenden, aber raffiniert gemachten deutschsprachigen Texten mit Poesie und Tiefgang wie in „Philosophenfrühstück I und II“. In „Walking down“ zeigte sich Thieles Kollegin Irene Novoa als Musikerin mit ganz besonderen Ideen. Im Prinzip erwies sich der Song als ein A-Cappella-Stück, in dem der Synthesizer eine wichtige Funktion hatte, nämlich diejenige, die Stimme Novoas zu einem akkordischen Satz zu multiplizieren. Novoa ist da ein äußerst konzentriertes und originelles Stück gelungen.

Ganz anders wiederum dann die beiden Stücke mit der Loopmaschine, die von Jenny Thiele zwar vielleicht nicht besonders originell, aber ausgesprochen gekonnt eingesetzt wurde. So blieb „Raindrops“ bestens in Erinnerung, obgleich dieses Stück im ersten Moment vor allem Assoziationen beim Hörer freisetzte und weniger musikalisch unter die Haut ging. Aber da faszinierte eben die Machart, zumindest bei jemandem, der nicht ständig durch Mainstreampop an diese Art des Musikmachens gewöhnt ist, sondern eher die oftmals wenig sinnliche und manchmal krampfhaft nach neuen Klängen suchende zeitgenössische klassische Musik kennt. Nichts davon hier: Hier hatte jeder Ton Seele. Einmal mehr ein musikalischer Abend im Nebenan, der große Freude machte.

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