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Celle Stadt Jens Spahn trifft Celler Unternehmer: "Alles ist besser als große Koalition"
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Jens Spahn trifft Celler Unternehmer: "Alles ist besser als große Koalition"
22:00 15.08.2017
Jens Spahn im Gespräch mit Celler Unternehmern in Groß Hehlen. Quelle: David Borghoff
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Gastgeber des Treffens war Henning Otte. Der CDU-Bundestagsabgeordnete begrüßte 20 Unternehmer aus der Region, Vertreter der IHK Lüneburg-Wolfsburg, des Mittelstandskreises, den CDU-Landtagsabgeordneten Ernst-Ingolf Angermann sowie Jörn Schepelmann, der die Nachfolge von Angermann antreten möchte.

„Anders als oft behauptet, sind die Unterschiede zu den anderen Parteien doch sehr groß“, sagte Spahn. Die Herausforderungen künftiger Jahre gliederte der Parlamentarische Staatssekretär im Finanzministerium in seinem Kurzreferat „Wie bleibt Deutschland wirtschaftlich stark?“ in die Bereiche Digitalisierung, demografischer Wandel und die Frage, ob politisch und gesellschaftlich genug getan werde, um den derzeit hohen wirtschaftlichen Standard zu halten.

„Wir führen Wahlkampf in einer Zeit, die sehr ambivalent ist“, hob er zum Auftakt seiner Rede hervor. „Einerseits geht es uns sehr gut.“ Andererseits werde es bei den unterschiedlichsten Zusammentreffen von Menschen sehr schnell politisch, selbst bei Familienfeiern nehme er wahr, dass schnell kontrovers diskutiert werde. „Es geht derzeit um etwas“, betonte das CDU-Präsidiumsmitglied und scheute sich nicht, beim Blick in die Zukunft auch konkret zu werden: „Das selbstfahrende Auto wird zunächst von vielen abgelehnt werden, es wird aber unumgänglich sein, derzeit sind wir in der Testphase. Die Digitalisierung wird in alle Bereiche vordringen, auch der Handwerksmeister bleibt nicht analog.“ An vielen Stellen werde vonseiten der Unternehmen ein Umdenken, gegebenenfalls auch ein Mentalitätswandel, erforderlich sein. „Es geht um die Frage, mit welcher Grundhaltung wir an die neuen technischen Möglichkeiten herangehen. Wollen wir das aktiv gestalten oder erleiden?“, schloss Spahn das Thema Digitalisierung, um in den Block des demografischen Wandels mit einem sehr persönlichen Beispiel einzusteigen: „Mein Vater ist 70 Jahre, aber er fährt für eine Firma noch Maschinenteile aus. Freiwillig länger zu arbeiten, muss für beide Seiten attraktiver werden. Das ist eine Maßnahme, um dem Fachkräftemangel zu begegnen“, führte Spahn aus.

Die Gelegenheit, dem Bundespolitiker Fragen zu stellen, wurde rege genutzt. Die im Fokus stehenden Themen Steuern, Entbürokratisierung, Gestaltung des Niedriglohnsektors und die Beseitigung des Arbeitnehmermangels im Pflegesektor wären vonseiten der Unternehmer wohl gerne noch ausführlicher diskutiert worden. Aber Spahns enger Terminplan ließ dieses nicht zu. „Ich nehme das alles als Denkaufgabe mit nach Berlin“, verabschiedete er sich und startete zur nächsten Station in Niedersachsen.

Von Anke Schlicht