Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt Jenseits der Gürtellinie: Komiker C. Heiland mit Humor der etwas anderen Art
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Jenseits der Gürtellinie: Komiker C. Heiland mit Humor der etwas anderen Art
17:52 20.09.2013
Frech, nicht immer politisch korrekt, mit einem Hang zur Selbstverliebtheit und ein virtuoser Musiker: Das ist C. Heiland, der die Zuschauer in der CD-Kaserne verzückte. Quelle: Alex Sorokin
Celle Stadt

„Ich möchte ein derartiges Gemeinschaftsgefühl schaffen, dass wir am Ende im Stande sind, die Welt verändern zu können.“ Der Berliner Komiker C. Heiland hatte große Pläne mit dem Publikum in der CD-Kaserne. Auch in der Folge gibt er sich selbstüberzeugt und zielstrebig. „Ich war gut, ihr müsst besser werden“, gehörte noch zu den harmloseren Gemeinheiten, die der Comedian seinem Publikum entgegenschleuderte. Die Zuschauer sprangen auf die stetige Kritik gut an, sangen mit und schunkelten, wenn Heiland sie während seiner Lieder dazu aufforderte.

Begleitet wurden die Gesangseinlagen stets von einem Omnichord, welches der Comedian selber spielte. Dabei handelt es sich um ein japanisches Elektroinstrument von 1981. Dieses sei für die musikalische Früherziehung gedacht, aber selbst dafür zu schlecht gewesen, weshalb es nur bis 1986 gebaut wurde.

In Bezug auf seinen eigenen musikalischen Werdegang, weicht Heiland von seiner arroganten Darstellung seiner Person ab und gibt sich selbstironisch. So sei er früher der schlechteste Glockenspieler in der musikalischen Früherziehung gewesen und hätte nie einen Smiley auf seine Notenzettel bekommen. Einer von zahlreichen Momenten, in dem es ihm gelang, Mitleid beim Publikum zu provozieren. Aus seiner musikalischen Unfähigkeit sei er schließlich dazu gekommen, das Omnichord zu erlernen, was er in kurzer Zeit gemeistert hätte.

Neben zahlreichen Liedern trug Heiland einige Haikus vor, deren Unterhaltungswert in ihrer Trivialität bestand. So machte er eins dieser japanischen Kurzgedichte mit fester Silbenzahl aus einer Durchsage in der Bahn. Ein weiteres, welches die letzten Worte aus einem Cockpit beinhalten sollte, brach mitten im Wort ab.

Auch sonst trumpfte Heiland mit schwarzem und häufig auch derbem Humor auf. Dabei blitzte aber stets eine gewisse Tiefgründigkeit durch. Heiland gelang es, alltägliche Begebenheiten pointiert und mit viel Wortwitz zu erzählen. Er nahm nichts und niemanden ernst und so bekam jeder sein Fett weg. Political Correctness war dem Komiker sichtlich egal.

Auch wenn es am Ende nicht gelungen ist, die Welt zu verändern, hatten die Zuschauer hörbar Spaß. Wer sich noch von Heilands Unterhaltungskünsten überzeugen möchte, kann das ab dem 29. Januar wieder tun. Dann startet sein neues Bühnenprogramm in Berlin. Fabian Kaul

Von Fabian Kaul