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Celle Stadt Joja Wendt begeistert mit kreativem und rasantem Spiel in Celle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Joja Wendt begeistert mit kreativem und rasantem Spiel in Celle
18:22 06.12.2013
Joja Wendt überzeugt am Klavier Quelle: Gert Neumann
Celle Stadt

Klavier-Entertainer dürfte ihm noch am nächsten kommen. Doch eigentlich ist er ein Wanderer zwischen den Welten, für den Grenzen nur willkommene Hürden zum Überwinden darstellen. Joja Wendt ist anders, er hat noch jede Menge nicht ausgelebter Fantasien, die ihn immer wieder an die Tasten zwingen.

Und ans Mikrofon natürlich. Denn Wendt lieb die Monologe, mit denen er den faszinierten Besucher in neue Welten – seine speziellen Welten – entführt. Nicht, dass er der klassischen Klavierliteratur nichts abzuspüren hätte. Wenn Wendt klassisch wird, dann natürlich auf seine spezielle Art und Weise. Wie beim Hummelflug von Rimski-Korsakoff, den er mit einem bis dahin unbekannten Tempo vorlegt oder die Carmen-Variationen von Bizet, die durch seine musikalischen Begleiter Thomas Billes am Bass und Christoph Buse am Schlagzeug noch aufgewertet werden.

Die eigentliche Liebe Wendts aber, der völlig zu Recht mit „weltmeisterlichem Piano-Entertainment“ auf seiner Visitenkarte wirbt, dürfte das Spiel mit dem Unmöglichen bleiben, das zum Schluss immer wieder einklinkt in Melodien, die dem Besucher zwangsläufig zu Herzen gehen oder ungläubige Überraschung vermitteln. Da bleibt auch sein von innen beleuchtetes Piano nicht unberührt. Das Piano war schon immer Wendts Begleiter. Als er 18 Jahre alt wurde, durfte er nicht nur den Führerschein erwerben, sondern auch einen alten VW-Bus. In diesen baute er direkt hinter den Sitzen ein Piano ein und konnte nun spielen, wo er wollte. Vorbei die Zeit, als er sich ins Musikzimmer der Schule einschließen ließ, um ungestört einen ganze Nacht lang zu üben. Celle war übrigens Wendt letzte Station seiner Deutschland-Tournee. In der Nacht saß er schon im Flieger nach China. Denn die Show muss weitergehen.

Von Gert Neumann