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Celle Stadt Jürgen Trittin wettert in Celle gegen Wietzer Schlachthof
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Jürgen Trittin wettert in Celle gegen Wietzer Schlachthof
15:15 12.09.2013
Von Christopher Menge
Auf Stimmenfang: Jürgen Trittin, Spitzenkandidat der Grünen zur Bundestageswahl, gestern in Celle. Quelle: Alex Sorokin
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Mit der industriellen Massentierhaltung müsse Schluss sein, betonte Trittin auch mit Blick auf den Geflügelschlachthof in Wietze. Dem Punkt, dass eine Schließung des Betriebs „Celler Land Frischgeflügel“ hunderte von Arbeitsplätzen kosten würde, entgegnete der Grünen-Politiker, dass die Zerstörung der bäuerlichen Landwirtschaft hin zur „Perversion“ Massentierhaltung 25.000 Arbeitsplätze in Niedersachsen gekostet habe. „Bauern sind heute nur noch Lohnmäster“, kritisierte Trittin, „zudem muss der Drogenhandel in den Ställen aufhören.“ Im vergangenen Jahr waren 1700 Tonnen Antibiotika an Tiere in Deutschland verabreicht wurden.

Beim Stichwort Vermögenssteuer betonte Trittin, dass es sich für 90 Prozent der Bevölkerung nicht um eine Steuererhöhung sondern um eine -entlastung handele. „Wir wollen die Normalverdiener entlasten“, betonte der Grünen-Politiker. Die Vermögensabgabe würde nur die „Super-Reichen“ betreffen. Die Grünen wollten nämlich keine neuen Schulden machen, nachdem Angela Merkel 500 Milliarden neuer Schulden hinterlasse.

Auf den Celler Straßen sind in den vergangen Jahren viele 30-Zonen entstanden, auch auf Durchfahrtsstraßen. Trittin will die Voraussetzungen schaffen, dass andere Städte folgen können. „Es ist aber sinnvoll, dass das die Kommunen entscheiden“, sagte Trittin, „grundsätzlich gibt es aber eine breite Zustimmung der Bevölkerung.“ Ob sich die Deutschen auch eine Begrenzung auf 120 Stundenkilometer auf Autobahnen vorschreiben lassen wollen, scheint dagegen fraglich. Trittin argumentiert für das Tempo-Limit mit der deutlich höheren Unfallquote auf Autobahnabschnitten ohne Geschwindigkeitsbegrenzung.

Eine der Hauptforderungen der Grünen ist zudem der Umbau des Energienetzes – hin zu erneuerbaren Energien. Eine der Stromtrassen würde auch durch Trittins Göttinger Wahlkreis führen. „In den Bereichen, in denen Menschen wohnen und Natur geschützt werden muss, soll es eine unterirdische Verkabelung geben“, sagte Trittin, der trotz der Umfragen von einem knappen Ausgang der Wahl ausgeht. „Ich bin lange genug Wahlkämpfer, um zu wissen, dass Wahlen in der Schlussmobilisierung entschieden werden“, so Trittin, „wir wollen sechs Millionen Stimmen sammeln.“