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Celle Stadt Julia Eckler zeigt rätselhafte surreale Wirklichkeiten
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Julia Eckler zeigt rätselhafte surreale Wirklichkeiten
13:14 26.01.2017
Die Ausstellung „Real trifft Surreal“ der in Celle lebenden Künstlerin Julia Eckler istim Stadtteilcafé „Capito“ zu sehen. Quelle: Alex Sorokin
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Ihre Inspirationen gewinnt sie vornehmlich aus ihren Träumen, Erlebnissen und ihrer Phantasie. Vielfältige, vor allem im Süden der USA gesammelte Reiseeindrücke und die Faszination, die Tiere vom Marienkäfer über Makifrosch und Okapi bis zum Schneeleopard bei ihren Begegnungen auf sie ausüben, lassen dazu immer wieder neue Bilder in ihr entstehen.

Keine Fabelwesen, sondern real existierende, aber in einer für sie surrealen Welt fotorealistisch dargestellte Lebewesen wie zum Beispiel einen Igelfisch, der am Himmel einem ängstlich dreinschauenden Luftballon entgegen schwebt. Oder das von zwei „halbstarken“ Alligatoren auf einem weit ausladenden Seerosenblatt umringte, aber scheinbar unbeeindruckte Entenküken. Oder das eine überdimensionale Raupe verfolgende Chamäleon. Oder die Wüstenspringmaus, die sich der angriffslustig aufgerichteten Kobra als Flöte spielende Schlangenbeschwörerin entgegenstellt. Wie gehen diese Szenen weiter? Die rund zwanzig Ölbilder geben dem Betrachter kaum lösbare Rätsel auf und verweigern sich einer eindeutigen Lesart. Ganz im Sinne der Künstlerin. Sie hält sich bedeckt, überlässt sowohl die grundlegende Deutung der Darstellung als auch die Frage nach der Fortsetzung mit schelmisch aufmunterndem Lächeln dem Betrachter. Denn sich auf Ecklers Werke einzulassen heißt auch, sich mit Vergnügen den „Fallen“ zu widmen, die sich in ihren fantasieanregenden Bildern auftun. Dabei ergeben sich – wie bei der Vernissage am Freitag – herrlich unkomplizierte Diskussionen und Plaudereien, zumeist weit weg von akademischen Bildbeschreibungen und Deutungen. „So kann man es auch sehen“, war da mehr als einmal gut gelaunt zu hören.

Von Rolf-Dieter Diehl