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Celle Stadt Junge Inder erkunden Celle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Junge Inder erkunden Celle
18:37 13.06.2017
Von Christian Link
Celle Stadt

"Die Umwelt und das Wetter, die Häuser und die Architektur, der Geschmack und die Struktur des Essens sind hier ganz anders als in Indien", schildert Sameeksha Tekriwal ihre Eindrücke – natürlich auf Englisch. Die 18-Jährige aus der südindischen Millionenstadt Coimbatore hat bereits einige Ecken Europas bereist: Schweiz, Österreich, Griechenland und England. In Berlin und Celle habe sie nun aber ganz neue Seiten des Kontinents gesehen. In der Fachwerkstadt besuchten die Inder unter anderem das Schloss, machten eine Stadttour mit Müller's City Express und erkundeten das Landgestüt. Dort gab es neben niedlichen Fohlen auch einen Hengst auf einer Besamungsstation zu sehen. "Das war sehr interessant, aber ein bisschen viel Information", sagt die 18-Jährige.

"In dem Moment, als ich von dem Projekt gehört habe, wusste ich: Ich muss da mitmachen, um mich selbst für die Zukunft in Form zu bringen, meine Kultur nach außen zu tragen und neue Eindrücke zu sammeln", sagt Raghav Gupta. Dass in Deutschland alles gut organisiert ist, beeindruckt den 21-Jährigen aus Coimbatore. "Celle ist sehr schöne und moderne Stadt mit rustikalem Charme", meint Gupta. Nur eines stört den Inder, der wie viele seiner Landsleute vegetarisch lebt: "Es hat mir nicht gefallen, dass die Tiere hier in so engen Ställen gehalten werden."

"Ich bin sehr beeindruckt, dass Deutschland die Heimat von so vielen der weltweit größten Unternehmen ist", sagt Shikhaa Munglani. Nach den Verwüstungen des Zweiten Weltkriegs findet sie auch die gute Infrastruktur des Landes erstaunlich. Die 19-Jährige aus Hyderabad hatte bereits 2015 an einem Schüleraustausch nach Hamburg teilgenommen und spricht sogar ein bisschen Deutsch. Mit ihren Gastfamilien und den indischen Reiseteilnehmern unterhält sie sich aber auf Englisch.

Deutschland hat Munglani als ein Land kennengelernt, in dem die Menschen stolz auf ihre Geschichte sind, aber auch offen für fortschrittliche Ideen. Diese Offenheit wünsche sie sich auch in ihrem Heimatland: "Wir sind in einem Zeitalter, in dem wir große Veränderungen in Indien bewirken können. Wir sollten das aufgreifen, was gut ist, und auch dort implementieren."