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Celle Stadt Junge Studenten gehen in Celle Frage nach Bedeutung von Glück nach
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Junge Studenten gehen in Celle Frage nach Bedeutung von Glück nach
17:29 16.12.2016
Professorin Petra Böhnke referierte zum Thema "Was braucht der Mensch zum Glücklichsein?". Quelle: Michael Schäfer
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An der Universität in Hamburg wurden auf diesem Forschungsgebiet bereits viele Umfragen durchgeführt. So antworteten deutsche Kinder auf die Frage, was für sie Glück sei, folgendes: Sport, Süßigkeiten, Sammelkarten, bessere Noten, Freunde und die eigene Familie. Bei den deutschen Erwachsenen sah das schon etwas anders aus, „erwachsener“ eben: Sie benötigten zum Glücklichsein Frieden, Gesundheit und gute ärztliche Behandlungsmöglichkeiten. „Das sind die Grundvoraussetzungen. Glück ist zwar ein sehr individuelles Gefühl, aber Gesundheit, Frieden, Nahrungsmittel und ärztliche Behandlung sind das A und O. Jeder Mensch braucht sie“, so Böhnke.

Prompt folgte eine Frage aus dem Publikum: „Also sind die Deutschen glücklich?“ In einer weltweiten Telefonumfrage zum Thema „Glücklichsein“ sollten die Befragten auf einer Skala von eins bis zehn bewerten, wie glücklich sie zum Studienmoment waren. Fakt ist, dass in reichen, demokratischen Ländern im Durchschnitt ein höherer Wert angegeben wurde, man also glücklicher war – so auch in Deutschland.

Reiche Länder sind also glücklicher? Eine unbestrittene Tatsache ist aber, dass in Industrieländern psychische Erkrankungen aufgrund von Stress zunehmen, worunter nicht nur die betroffenen Personen selbst und ihre Familien leiden, sondern dies folgenschwer für Unternehmen und letztendlich für die Volkswirtschaft ist. Diese Problematik wird ein weites Forschungsfeld bleiben.

„Geld allein macht nicht glücklich.“ Jeder kennt dieses Sprichwort. Professorin Böhnke erklärte dieses Phänomen anhand des Beispiels Taschengeld: „Wir Menschen gewöhnen uns sehr schnell an bessere Standards. Stellt euch vor, ihr würdet auf einmal zehn Euro mehr Taschengeld bekommen. Logisch, dass ihr die nächsten drei Wochen rundum zufrieden seid. Aber wenn ihr nun regelmäßig immer mehr bekommen würdet, wäre es ganz und gar nichts Besonderes mehr, sondern es wäre für euch normal. Eine Menge Geld zu haben, macht also keinesfalls auf Dauer glücklich. Trotzdem ist es natürlich wichtig, genügend Geld für Essen und ein Dach über dem Kopf zu haben.“

Passend zur Vorweihnachtszeit galt es zum Ende der Vorlesung, noch einer weiteren Redewendung auf den Grund zu gehen: „Glück wird mehr, wenn man es teilt.“ Und das stimmt! Wenn wir Menschen anderen etwas geben, freuen wir uns selbst. Denn der Mensch kann nicht nur fühlen, er kann auch mitfühlen.

Im Anschluss dieser letzten Semestervorlesung wurden mit großem Hallo die Semester-Zertifikate verliehen.

Von Frida Maecker