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Celle Stadt Kabarettistischer Pfiff
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Kabarettistischer Pfiff
13:52 19.12.2011
Axel P‰tz bei seinem Auftritt am 17.12.11 in Kunst & B¸hne Quelle: Peter Bierschwale
Celle Stadt

Die Texte seines Programms „Das Niveau singt“ hatten kabarettistischen Pfiff mit einem Schuss Schwarzem Humor, die Musik bewegte sich zwischen klassischen Menuett-Tönen und Boogie-Woogie. Obwohl sich der Künstler redlich mühte, sprang im ersten Durchgang der Funke nicht recht auf das Publikum über.

Seinen Auftritt begann Axel Pätz mit einem stimmungsvollen Chanson zu Akkordeon-Klängen. Das Akkordeon klang wunderbar französisch, aber der Text trug etwas zu dick auf. Seine Kommentare zum „gesellschaftlichen Niveau“ und das Hantieren mit seinem „Niveaumeter“ wirkten ein wenig aufgesetzt, als er einige Rückmeldungen aus dem Publikum optisch durch das Herauf- oder Herunterschieben des Niveau-Pegels dokumentierte. Seine Definition dessen, was er unter „Niveau“ verstehe, klang politisch aktuell und komisch.

Die Texte des Hamburger Kabarettisten waren recht originell, wenn er beispielsweise davon sang, wie er von einem Arzt zum anderen, von einer Laboruntersuchung zur nächsten durchgereicht wurde und schließlich für „unheilbar krank dank Pharmaindustrie und Schulmedizin“ erklärt wurde.

Eine Geschichte erinnerte an Watzlawicks „Anleitung zum Unglücklichsein“ in der Facebook-Version: Auf einer Party findet Pätz gefallen an einer Frau. Er geht jedoch nicht auf sie zu, sondern holt erstmal mit dem Smartphone, Google und Facebook Erkundigungen über sie ein. Dass sie schon einmal einen Ladendiebstahl begannen hat, kann er noch verzeihen, aber nicht, dass sie Unmengen von Lillifee-Kitsch über ebay bezogen hat. So endet die Liebe, bevor sie recht begonnen hat.

Vielleicht musste sich das Publikum zu sehr auf die Texte konzentrieren, jedenfalls gerieten die Reaktionen auf die Pointen bis zur Pause recht zurückhaltend. Nach der Pause brachte Pätz Stimmung in den Saal, besonders als er wie ein akademischer Literaturkritiker aus einer Grundschul-Fibel „las“.

Von Peter Bierschwale