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Celle Stadt Kammermusikalisches Trio auf Spuren von Telemann
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Kammermusikalisches Trio auf Spuren von Telemann
18:23 07.11.2017
Das kammermusikalische Trio mit: (von links) Dorothee Knauer an der Barockvioline, Franz Müller-Busch an der Blockföte und Elisabeth Michaelis am Cembalo. Quelle: David Borghoff
Celle

Zu Lebzeiten berühmt war Telemann mit seinen barocken Kompositionen spätestens als Musikdirektor und Leiter der Oper in Hamburg – gewürdigt als einer der besten Komponisten, die Deutschland hervorgebracht hat. Gerühmt wurde sein Werk mit der Änderung des Zeitgeistes vor allem im 19. Jahrhundert immer weniger. Erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts beschäftigten sich Musikwissenschaftler wieder intensiver mit seinem „musikalischen Nachlass“ und sorgten dafür, dass Telemann die Anerkennung und Würdigung erhält, die ihm gebührt.

Als Kammermusikalisches Trio – Franz Müller-Busch an der Blockföte, Dorothee Knauer an der Barockvioline und Elisabeth Michaelis am Cembalo – machte sich das Ensemble in der Celler Stadtkirche „auf die Spuren Telemanns“. Zwischen den einzelnen Sonaten unterhielten die Musiker die rund 150 Zuhörer auch mit zahlreichen kurzen Einblicken in das Leben und Schaffen des Künstlers. Das Konzert führte das Publikum in eine Welt, in der solche Musik – wenn nicht für die Kirche – vor allem für den Adel konzipiert war. Eine Zeit, die besonders für üppigen Zierrat und Schnörkel bekannt ist – eine Opulenz, die sich auch in den Kompositionen mit Trillern, perlenden Läufen und „musikalischen Verzierungen“ wiederfindet.

Wer die Augen schloss, konnte bei Telemanns Musik die Menschen – mal strenger gesittet, mal lebhaft-fröhlich – in höfischen Tänzen schreiten, kreisen und hüpfen sehen – alles geführt durch eine intensive, rhythmische und doch leichtfüßige, verspielte Melodienabfolge in dem typischen Wechsel von langsam und schnell der vier Sonatensätze. Das Ensemble fand immer wieder neue Beispiele, um die Verquickung von französischen, italienischen und gelegentlich auch folkloristischen polnischen Einflüssen in Telemanns Kompositionen zu verdeutlichen – ebenso wie für den Ansatz des Komponisten, Musik allgemeiner zugänglich und nachspielbar zu machen – etwa mit der Sammlung „Essercizii musici“. Für ihre gelungene Kombination aus Konzert und Vortrag erhielten die Musiker zum Abschluss verdienten Applaus. Die Spenden für die eintrittsfreie Veranstaltung fließen in die Arbeit der Stiftung.

Von Doris Hennies