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Celle Stadt Kampf gegen Celler „Baulandmisere“
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Kampf gegen Celler „Baulandmisere“
17:14 30.01.2017
Von Michael Ende
Celle Stadt

Zunächst hatte SPD-Ratsherr Joachim Schulze seinen CDU-Kollegen Bischoff scharf kritisiert, weil Bischoff die Ausweisung neuer Baugebiete gefordert hatte und seinen Heimatort Garßen als möglichen Standort ins Spiel brachte. Zuvor hatte Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende (SPD) gesagt, dass schwer an Bauland zu kommen sei, weil Landwirte sich so ungern von ihrem Grund und Boden trennten. Schulze: „Bischoff müsste wissen, dass Land, Acker und Boden nicht vermehrbar sind und uns hier in Celle nicht unbegrenzt zur Verfügung stehen.“

Schulze sagte, dass die Entwicklung und Neuausweisung von Neubaugebieten keine Sache von wenigen Monaten sei, "sondern – insbesondere um Spekulationen vorzubeugen – ein langfristig angelegtes hochkompliziertes und hochsensibles Verfahren" darstelle: „Nachdem die beiden CDU-Kommunalpolitiker Bischoff und Reimchen aus Garßen mit diesem Thema an die Öffentlichkeit gegangen sind, wird ihnen hoffentlich bewusst sein, dass sie damit die Spekulation um Bodenpreise in ihrem Ortsteil wieder angefacht und in Gang gebracht haben. Dieses kann aber nicht im Sinne der Stadt und insbesondere nicht im Sinne der bauwilligen jungen Familien sein. Die zahlen nämlich den Aufpreis, den die beiden CDU-Politiker hier gerade inszenieren. Ich hätte niemals gedacht, dass meinem Kollegen Bischoff solch ein politischer Patzer unterlaufen würde.“

Michael Rühe, der in der SPD-Fraktion auch im wirtschaftspolitischen Bereich arbeitet , unterstreicht, dass die SPD hinter dem wirtschaftlichen „Entwicklungskonzept 2030“ stehe: „Hier werden ausdrücklich neue Bauplätze für Celle eingefordert.“

Jetzt hat die SPD-Fraktion in einem aktuellen Antrag vorgeschlagen, der „Baulandmisere“ in Celle im Hehlentorgebiet entgegenzuwirken. „Nachdem in den letzten Monaten der Presse immer wieder zu entnehmen war, dass es nicht mehr genügend Bauplätze für Eigenheimbauer in Celle gibt, schlägt die SPD vor, kurzfristig das Gelände südlich der Kasernengebäude an der Hohen Wende dafür zu nutzen“, sagt Jürgen Rentsch (SPD), Vorsitzender des Bauausschusses im Rat der Stadt.

Das beschlossene „Mosaik“-Nutzungskonzept für den Bereich des ehemaligen Sportplatzes der Kaserne sehe dort eine Wohnbebauung vor. „Der westliche Teil ist für die Erweiterung eines Gewerbetriebes vorgesehen, der östliche aber für Wohnen“, stellt Rentsch fest: „Nach meiner Schätzung könnten dort mindestens 40 Bauplätze entstehen.“

„Nachdem es aktuell praktisch keine Bauplätze mehr in Celle gibt, sollte der Vorschlag schnell umgesetzt werden“, meint SPD-Fraktionschef Jörg Rodenwaldt: „Die Erfolgsstory der Eigenheimvermarktung am Kieferngrund in Klein Hehlen sollte im Hehlentor-Gebiet fortgesetzt werden. Der Bedarf ist offensichtlich da. Wir müssen verhindern, dass Häuslebauer in den Landkreis abwandern. Hier bietet sich die Möglichkeit“.

Die Stadt müsse sich nun schnellstens an die Bundesimmobilienanstalt wenden. Das Gelände solle zügig erworben werden, um es potentiellen Käufern anbieten zu können, so Rodenwaldt. Eine Belastung des städtischen Haushaltes in größerem Umfange sei nicht zu erwarten, weil die Stadt nur in Vorleistung gehen müsse. Das Geld komme durch die Grundstücksverkäufe wieder herein.