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Celle Stadt Kampf gegen Kastaniensterben an Allerdämmen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Kampf gegen Kastaniensterben an Allerdämmen
14:17 30.09.2013
Die Miniermotte und das Bakterium Pseudomonas setzen den rund 500 Rosskastanien entlang der Celler Allerdämme – hier der Fischerdeich – zu. Quelle: Lothar H. Bluhm
Celle Stadt

Für Heiner Hoppenstedt, Einsatzleiter Baumpflege und –kontrolle bei der Stadt Celle, und seine fünf Kollegen ist die Unterhaltung und Pflege der vermutlich 40.000 Bäume auf städtischen Flächen eine gigantische Aufgabe. Dabei hat Hoppenstedt schon mit seinen besonderen Sorgenkindern auf den drei Allerdämmen genug zu tun, den 51 Kastanien auf dem Allerdeich, den 201 Kastanien auf dem Osterdeich und den 242 Kastanien auf dem Fischerdeich. Denn allein diese weißblühenden Rosskastanien südlich der Aller benötigen intensive Betreuung. Bis zu fünf Bäume müssen jährlich gefällt werden, weil sie sehr stark geschädigt oder bereits abgestorben sind.

„Es ist das Zusammenwirken von Miniermotte und Pseudomonas“, kennt Hoppenstedt die Schädlinge genau. Während das Insekt durch die Eiablage auf den Blättern dafür sorgt, dass bei den Bäumen die Photosynthese nicht mehr in dem erforderlichen Umfang funktioniert, nehmen die etwa 60 bis 80 Jahre alten Pflanzen die Pseudomonas-Bakterien vom Boden her auf. Das Zusammentreffen dieser beiden Schädlinge lassen die Bäume nach mehreren Vegetationsperioden absterben. „Dann bilden sich Pilze wie Klapperschwamm und Austernseitling, die wiederum im Holz für Weißfäule sorgen", erläutert der Fachmann.

Bisher sind die ergriffenen Maßnahmen nicht erfolgreich gewesen. In Kooperation mit dem Hamburger Institut für Baumpflege wurden bereits mikroskopische Untersuchungen an Rosskastanien durchgeführt. „Die licht- und elektronenmikroskopischen Untersuchungen beziehen sich dabei auf den Holzabbau der verschiedenen Pilze“, fasst Hoppenstedt die Ergebnisse zusammen. „Es wurden Bäume geimpft. Wir haben Fallen für die Motten aufgestellt. Beides hat nichts genützt“, bedauert der Baumexperte.

Seit diesem Jahr versucht das Baumpflegeteam der Stadt, die Pflanzen mit Nährstoffeinträgen zu kräftigen und zu stärken. Außerdem sind in der langen Kastanienallee 30 Nistkästen zur Steigerung der Meisenpopulation aufgehängt worden. „Wir müssen beobachten, wie die Wirkungen sind“, so Hoppenstedt.

Von Lothar H. Bluhm