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Celle Stadt "Kapitaler" Verein am Haken
Celle Aus der Stadt Celle Stadt "Kapitaler" Verein am Haken
13:27 28.02.2012
Von Michael Ende
Jahreshauptversammlung mit Fusionsverhandlungen f¸llt den Saal bei Fischereiverein Fr¸h Auf Wienhausen. Quelle: nicht zugewiesen
Celle Stadt

CELLE. "Wir haben ein klares Votum erhalten und werden in diesem Jahr den Mitgliedern das Ergebnis der Fusionsverhandlungen vorlegen“, fasst Norbert Rode, Vorsitzender des Fischereiverein Früh Auf Wienhausen das Ergebnis der Abstimmung über den wichtigsten Punkt der Jahreshauptversammlung zusammen: das Zusammenwachsen mit dem Fischereiverein Celle. Zuvor hatten die Celler mit überwältigender Mehrheit für Fusionsverhandlungen votiert. Damit ist nach dem Willen der Mitglieder der Kurs klar: In Celle soll ein wahrhaft "kapitaler" Naturschutzverein entstehen.

Alles spreche für ein Zusammengehen, so Rode: "Die Vorteile für beide Vereine bestehen darin, dass Gewässerstrecken zusammengeführt werden, eine einheitliche Verwaltungsstruktur Geld spart und ein Verein mit 3000 Mitgliedern auch seinen Einfluss geltend machen kann, etwa bei der Behandlung der Altarme. Die Beiträge bleiben stabil, andere Vereine haben bisher kein Interesse an einer Fusion bekundet, und der neue Vorstand wird auf Vorschlag beider Vereine auf einer Fusionsversammlung gewählt. Alle die Fusion betreffenden Beschlüsse müssen im jeweiligen Verein von 75 Prozent der anwesenden Mitglieder getroffen werden."

Das Wort "Fusion" werde derzeit in Sportfischer-Kreisen so oft benutzt, dass manche Angler offenbar fälschlicherweise schon von vollendeten Tatsachen ausgingen, sagt Rode: "Bei mir und anderen Vorstandsmitgliedern laufen immer wieder Anfragen auf, ob es sich lohne, jetzt noch in den Verein einzutreten, da ja doch bald die Fusion kommt, ob man jetzt schon mal als behindertes Celler Mitglied im Schleusenkanal, der gut mit dem Auto erreichbar sei, angeln könne, oder ob man schon mal oberhalb der Brücke Nienhof im Celler Gebiet fischen dürfte. Wie es scheint, animiert das milde Frühlingswetter unsere Angler, schon mal wieder loszugehen."

Doch so weit sei es noch nicht - und der Ball liege jetzt im Feld der Celler Petrijünger, betont Rode: "Ein Gremien-Gespräch fand nach unserer Versammlung nicht statt, sondern der Celler Fischereiverein hat mir mitgeteilt, dass er keinen Gesprächsbedarf sieht, bis eine Klärung der rechtlichen Fakten und Schritte seitens des Celler Vereins vorliegt." Im einzelnen gehe es unter anderem um die Prüfung der Übertragbarkeit der Eigentums-Fischereirechte des Celler Vereins und um die Bewertung der Grundstücke und Häuser, so Rode: "In dieser Phase der Faktensammlung des Celler Vereins ruhen die Verhandlungsgespräche."

Sollte sich die Machbarkeit der Fusion herausstellen, könnte sich der neue Verein mit seiner breiten Basis für ein Thema stark machen, bei dem das Land Niedersachsen geflissentlich weghört: Es geht um das Sterben der Aller-Altarme und den damit verbundenen Niedergang der Fluss-Fauna. Auf dieses Problem macht Manfred Kirchhof, Vorsitzender des Fischereivereins Celle, schon seit Jahren aufmerksam: "Die Landesregierung, deren Zuständigkeit seit vielen Jahren geklärt ist, tut nichts." Politiker "tauchten ab" oder spielten angesichts bevorstehender Wahlen auf Zeit, kritisiert Kirchhoff: "Mittlerweile plant das Umweltministerium, über den Weg der Umstufung der Altarme die Kosten der Unterhaltung auf die Anlieger zu verteilen." Kirchoff könne nur hoffen, dass die Anlieger "auf die Barrikaden" gingen. "Was hier abläuft, möchte ich lieber nicht in Worte fassen. Der Naturschutz wird nicht nur mit Füßen getreten, sondern ihm wird regelrecht Hohn gesprochen, und alle schauen weg. Keiner der Verantwortlichen ist bereit, Verantwortung zu übernehmen, keiner zeigt Rückgrat."