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Celle Stadt Katia Saalfrank erklärt "Ende der Erziehung"
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Katia Saalfrank erklärt "Ende der Erziehung"
16:10 18.04.2013
Von Christopher Menge
Authentisch: Ganz anders als in der ehemaligen RTL-Serie "Die Super Nanny" kam Katia Saalfrank bei den Zuhörern in Celle an. Sie gab Tipps zum richtigen Umgang mit den Kindern. Quelle: Anne Friesenborg
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Eine Zuschauerin wollte wissen, warum Saalfrank nichts von Strafen hält. „Strafen wie Fußball- oder Fernsehverbot sind schädlich für die Beziehung zwischen Kind und Eltern“, erklärte die ehemalige „Super Nanny“. Schon im ersten Teil des Abends hatte sie deutlich gemacht, dass das Verhältnis zu den Kindern entscheidend sei. „Die herkömmliche Erziehung brauchen wir nicht“, betonte Saalfrank, selbst vierfache Mutter. „Kinder brauchen Erwachsene, die sich ihnen zuwenden und ihnen die Richtung und Orientierung geben.“

Dabei komme es auf drei Fähigkeiten an, so Saalfrank, „Die Eltern müssen bereit sein, Verantwortung zu übernehmen, die eigenen Grenzen definieren und authentisch und gleichwertig mit den Kindern umgehen.“ Mit Videosequenzen begann die Diplom-Pädagogin anschließend einen Ritt durch die verschiedenen Lebensphasen. Mit ihren Anmerkungen zur Trotzphase, der Schulzeit und der Pubertät fand sie beim Publikum, das überwiegend aus Müttern bestand, ein offenes Ohr.

„Sie war sehr nah an den Menschen dran“, sagte Manuela Stolte, die Mutter eines zehnjährigen Kindes, die mit ihrem Mann Jürgen die zweistündige Veranstaltung besuchte, „sie hat gute Tipps gegeben.“ Eine Formel für den Umgang mit Kindern gebe es aber nicht, wie Saalfrank klarstellte. „Alle Kinder sind unterschiedlich“, so die Expertin.

Deutliche Kritik übte sie am Schulsystem. „Dort wird nur auf Defizite, nicht auf die Stärken der Kinder, geschaut“, sagte Saalfrank, „dieses System kann den Kindern nicht gerecht werden, doch trotz der vielen Erkenntnisse darüber ändert sich nichts.“ Auch die vielen ADS/ADHS-Diagnosen stellte sie infrage. „Oder sind das nur die Kinder, die nicht ins Korsett passen?“, fragte die Erzieherin.

Melanie und Olaf Hübener sind Saalfrank immer noch dankbar. „Man reißt nicht alles in zwei Jahren um, was man vier Jahre falsch gemacht hat, aber es hat sehr geholfen“, sagte Melanie Hübener. „Ich habe gelernt, mich an den Kindern zu erfreuen.“

Dass sie die Menschen als Katharina Saalfrank kennen, liegt im übrigen am Fernsehsender RTL, der den Taufnamen passender für das Format fand. Sie selbst nannte sich bis dahin immer nur Katia.