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Celle Stadt Katzen-Kastrations-Verordnung kommt
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Katzen-Kastrations-Verordnung kommt
11:04 16.03.2012
Von Michael Ende
Celle Stadt

CELLE. "Wir sind glücklich, wenn wir mal etwas finden, das noch nicht geregelt ist - und dann regeln wir es", seufzte Joachim Falkenhagen (FDP), als es in der Sitzung des städtischen Umweltausschusses um die Installation einer kommunalen Katzenverordnung ging. Die vom Ausschuss empfohlene Regelung soll die unkontrollierte Vermehrung der Tiere und das damit verbundene Elend eindämmen. Er frage sich, wer die Einhaltung eines solchen Erlasses kontrollieren solle, so der Liberale: "Mir scheint das ein bisschen skurriles Vorhaben zu sein."

"Wenn ich das nicht regele, gebe ich Katzenhaltern das Signal, dass es egal ist, was sie tun", hielt Als Stadtrat Stephan Kassel dagegen, der die neue Regelung als notwendig einstufte: "Seit 2003 unterstützen wir zusammen mit dem Landkreis die Kastrationsaktionen des Tierschutzvereins, und eine Verordnung, wie es sie bereits in vielen Städten gibt, ist ein weiterer Ansatz, um die beachtliche Zahl freilaufender Katzen zu reduzieren." Dabei sei selbstverständlich, dass es keine flächendeckenden Kontrollen geben könne: ""Dafür hätten wir gar nicht das Personal. Die Verordnung habe "Appellcharakter" und solle in Einzelfällen eine Handlungsgrundlage bilden: "Wenn sich zum Beispiel Nachbarn unverantwortlicher Katzenhalter melden und über Missstände berichten - dann können wir was tun."

Katzenhalter, die ihrem Tier die Möglichkeit gewähren, sich außerhalb der Wohnung zu bewegen, haben diese laut Katzenverordnungs-Entwurf zuvor von einem Tierarzt kastrieren und mittels Mikrochip kennzeichnen zu lassen. Wer sich nicht daran hält, dem sollen bis zu 5000 Euro Bußgeld drohen. Die kontrollierte Vermehrung von Katzen soll weiterhin zugelassen sein: "Für die Zucht von Rassekatzen können auf Antrag Ausnahmen von der Kastrationspflicht zugelassen werden, sofern eine Kontrolle und Versorgung der Nachzucht glaubhaft dargelegt wird."

Die "Katzenschwemme" in den Tierheimen zeige, wie notwendig die von seiner Fraktion beantragte Verordnung sei, betonte Patrick Brammer (SPD). Heiko Gevers (CDU) wies auf eine Grauzone hin: "Häufig suchen sich ja Katzen ihre Menschen selber aus - wie stellt man denn zweifelsfrei fest, wem eine Katze gehört?" Außerdem sei ein Bußgeld von 5000 Euro ziemlich hoch, fand Gevers: "In anderen Bereichen muss man schon eine ganze Menge anstellen, um sich so ein Bußgeld einzufangen." Kassel nickte und meinte trocken: "Da müsste man die Katzen schon gewerbsmäßig frei herumlaufen lassen."