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Celle Stadt Katzenjammer im Tierheim: „Kapazitäten ausgeschöpft“
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Katzenjammer im Tierheim: „Kapazitäten ausgeschöpft“
11:58 10.11.2010
CELLE (bjs). Katzen, Katzen und noch mehr Im Celler Tierheim am Garßener Weg ist mittlerweile so ziemlich jeder freie Platz von einem Stubentiger belegt. „Aktuell haben wir 205 Katzen in unserer Obhut“, sagt Roman Thönies Quelle: Peter Müller
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Katzen, Katzen und noch mehr Katzen. Im Celler Tierheim am Garßener Weg ist mittlerweile so ziemlich jeder freie Platz von einem Stubentiger belegt. „Aktuell haben wir 205 Katzen in unserer Obhut“, sagt Roman Thönies, Leiter des Celler Tierheims. „So etwas habe ich überhaupt noch nicht erlebt. Die Kapazitäten sind ausgeschöpft.“

Fundtiere, Abgaben aus Würfen, „Trennungstiere“, die unter einer in die Brüche gegangenen Menschenbeziehung zu leiden haben, plötzliche Allergien oder auch ein neuer Job, der mit einer Katze nicht mehr kompatibel sei – aus den verschiedensten Gründen landen die Tiere im Heim. „Dass die Lage jetzt so ernst wird, war nicht abzusehen“, sagt Thönies. „Zwar hatten wir über das Jahr verteilt mehr Tiere aufzunehmen, aber eigentlich lassen die sich auch schnell wieder vermitteln. Im Moment kommt es auf die Formel: Pro vermittelter Katze kommen drei neue ins Heim.“

Am Garßener Weg ist man ratlos, wie die Lage gemeistert werden könnte. Futter und Versorgung binden einen Großteil der Mittel und der Personalkraft. „Wir arbeiten schon die Mittagspausen durch und teilweise müssen Pfleger auch noch ihren Feierabend nach hinten verlegen“, sagt Thönies. „Im nächsten Schritt wollen wir versuchen, andere Tierheime anzurufen und vielleicht einen Teil der Katzen dorthin abzugeben.“

Zumindest beim Verein aktiver Tierfreunde dürfte er mit diesem Vorhaben wenig Chancen haben. „Wir arbeiten in vielen Belangen sehr gut und zum Wohle der Tiere zusammen“, sagt Hans-Georg Linau, Vorsitzender der aktiven Tierfreunde. „Bei Katzen haben wir aber inzwischen auch einen Bestand, der es nur noch erlaubt, absolute Notfälle aufzunehmen.“

Immer mehr Tiere würden auch im Waldtierheim abgegeben. „Sogar einen Karton mit Katzen hat jemand einfach über den Zaun bei uns geworfen“, sagt Linau. „Ein solches Verhalten ist absolut verantwortungslos, aber natürlich müssen wir trotzdem sehen, dass wir den Tieren helfen.“

Beide Tierheime versuchen, durch Kastrationen zumindest den Bestand der sogenannten „Wildlinge“ klein zu halten. Linau: „Offenbar haben sich die frei lebenden Katzen in diesem Jahr extrem vermehrt. Daher müssen wir dringend gegensteuern.“ Er sei guter Hoffnung, dass die vermittelbaren Katzen nach und nach wieder ein Zuhause finden. „Bestenfalls schauen Menschen, die sich eine Katze anschaffen wollen in der nächsten Zeit zuallererst in den Tierheimen vorbei.“ Auch Spenden können die Hilfsorganisationen im Moment gut gebrauchen.

Von Björn Schlüter