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Celle Stadt Kein Zuschuss der Stadt: Verbraucherberatung in Celle vor dem Aus?
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Kein Zuschuss der Stadt: Verbraucherberatung in Celle vor dem Aus?
14:57 29.11.2013
Von Michael Ende
Bei dem strengen Sparkurs kann sich die Stadt den Zuschuss nicht mehr leisten.
Celle Stadt

"Es gab mal eine Zeit, in der wir die Verbraucherzentrale gar nicht bezuschusst haben. Das machen wir erst seit ein paar Jahren", sagte Celles Stadtkämmerin Susanne Schmitt, als es in der Sitzung des städtischen Wirtschaftsausschusses um die zukünftige Förderung der Celler Verbraucherberatung in der Schuhstraße 40 ging. Die Verbraucherschützer hatten wie in den vergangenen Jahren einen Zuschuss von 5000 Euro beantragt. Unter dem Vorzeichen ernsthafter Sparbemühungen im Rahmen der Haushaltskonsolidierung könne sich die Stadt diese freiwillige Leistung nicht einfach so leisten, so Schmitt. Ihr Vorschlag: Der Zuschuss soll in eine Ausfallbürgschaft umgemünzt werden.

"Ein Zuschuss scheint erforderlich, um die Arbeit und den Standort Celle der Beratungsstelle der Verbraucherzentrale zu sichern", so Schmitt. Sie regte an, den in der Vergangenheit bezahlten festen Zuschuss in eine "variable Ausfallsicherheit" bis zur Höhe von 5000 Euro jährlich umzuwandeln. Die Organisation solle "sich bemühen, selbst an Geld zu kommen": Die Verbraucherberatung Niedersachsen, Standort Celle, möge durch Anhebung der Gebühren höhere Deckungsbeiträge erwirtschaften. Rein rechnerisch würde es bei 5408 Kontakten im Jahr 2012 genügen, von jedem Kontakt einen Euro zu vereinnahmen." Allerdings beschlichen Schmitt im Ausschuss leichte Zweifel: "Ob das realistisch ist, weiß ich nicht."

Jens Rejmann (SPD) sprach sich für eine weitere Bezuschussung der Verbraucherzentrale aus: "Die Frage ist nur, ob wir uns freiwillige Leistungen wie diese weiter leisten können." Michael Bischoff (CDU): "Die Verbraucherberatung ist eine gute Sache und förderungswürdig. Ob das nun 5000, 2000 oder 4357 Euro sein müssen, werden wir im Rahmen der Haushaltsberatungen beschließen." Der Ausschuss votierte einstimmig für den von Schmitt vorgeschlagenen "variablen Zuschuss".

Die Celler Beratungsstelle hat im Jahr 2012 von Land und Bund insgesamt 40.600 Euro erhalten, dazu 5000 Euro von der Stadt und 5100 Euro vom Landkreis. Hinzu kamen Eigenmittel von 20.000 Euro. Petra Kristandt, Geschäftsführerin der Verbraucherzentrale Niedersachsen, bezeichnet das angestrebte Celler Bezuschussungs-Modell als "realistisch nicht denkbar". Man habe erst 2012 die Gebühren erhöhen müssen und sei nun an einer Schmerzgrenze angelangt, so Kristandt: "Außerdem würde das Celler Modell eine Blaupause für ganz Niedersachsen ein, wo wir insgesamt 16 Standorte haben. Auch dort würden dann die Kämmerer von Städten und Landkreisen neu mit uns verhandeln wollen, aber wir brauchen Planungssicherheit." Die Verbraucherzentrale könne sich auf keinen Celler Präzedenzfall einlassen, so Kristandt: "Die Konsequenz wäre die Aufgabe des Standorts." Michael Ende