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Celle Stadt Kein weißes Fest im Landkreis Celle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Kein weißes Fest im Landkreis Celle
16:50 20.12.2013
Bilder wie diese aus dem vergangenen Winter werden sich erst im Januar einstellen.  Quelle: Anne Friesenborg (Archiv)
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Selten war eine Wetterprognose zu Weihnachten schon so früh so eindeutig wie diesmal: Weihnachten bleibt grün und mild und das ohne Wenn und Aber. Was von den Wettermodellen in den letzten Tagen aber auch immer wieder angedeutet wird, ist ein Sturmrisiko zu den Festtagen. Hintergrund ist die Großwetterlage. Schon seit zwei Monaten läuft die nordatlantische Wettermaschine auf Hochtouren.

Einen ersten ungewöhnlich frühen und heftigen Vorgeschmack auf die Sturmsaison bekam Norddeutschland mit dem Orkantief „Christian“ schon am 28. Oktober zu spüren. Am 5. und 6. Dezember folgte das sehr ausgedehnte und langlebige Orkantief „Xaver“ mit anhaltenden Böen zwischen 130 und 148 Kilometer pro Stunde. Bis heute hat sich die Situation über dem Nordatlantik nicht geändert. Nach wie vor treffen im Seegebiet zwischen Neufundland und Grönland extrem kalte Luftmassen aus einem großen Kältereservoir über Nordostkanada und subtropische, teilweise sogar tropische Luftmassen, aus dem Golf von Mexiko unmittelbar aufeinander. Explosionsartige Tiefdruckentwicklungen mit enormen Windgeschwindigkeiten sind die Folge.

Für die Weihnachtswoche werden von den Wettermodellen im Raum Britische Inseln/Island/Grönland wahre Monsterstürme simuliert, die mit Luftdruckwerten von teilweise unter 950 Hektopascal der Gewalt tropischer Wirbelstürme nahe kommen. Über das letzte Adventswochenende weitet sich ihr Einfluss immer mehr nach Norddeutschland aus. Im südlichen Randbereich der Tiefdrucksysteme besteht zudem die Gefahr der Bildung schnell laufender Randtiefs wie „Christian“, sodass es ausgerechnet an Heiligabend in Norddeutschland ordentlich zur Sache gehen könnte. Die genaue Entwicklung und Zugbahn dieser so genannten „Schnellläufer“ ist erst ein bis zwei Tage im Voraus gut zu bestimmen. Das Potenzial dazu ist jedenfalls vorhanden.

Fest steht, dass uns das Christkind – wie im vergangenen Jahr – sehr milde, zeitweise nasse und windige Weihnachten bescheren wird. In subtropischer Warmluft klettern die Temperaturen an Heiligabend und am ersten Weihnachtstag auf 10 bis 12 Grad. Stürmische Winde vom Atlantik lassen die Werte ab dem zweiten Weihnachtstag zwar wieder sinken, doch ist ein Wintereinbruch bis ins Flachland auch zum Jahreswechsel immer noch nicht in Sicht. Vielleicht klappt es über Silvester ja noch mit einem Skiausflug in den Oberharz.

Von Reinhard Zakrzewski