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Celle Stadt Keine Kapazitäten für Ortsteilzentren
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Keine Kapazitäten für Ortsteilzentren
12:00 09.03.2012
Von Michael Ende
Celle Stadt

CELLE. "Beim Lesen dieses Antrags jubelt das Herz eines jeden Stadtplaners" - als Celles Stadtplaner Wolfgang Schucht in der Bauausschuss-Sitzung so den CDU-Antrag zur Entwicklung von Ortsteilzentren kommentierte, ahnten manche schon, dass dieser Jubel nicht ungetrübt bleiben würde. "Aber nach der Euphorie kam die Ernüchterung", so Schuchts nächster Satz: "Denn das, was der Antrag von der Verwaltung fordert, ist leider nicht leistbar." Im Rathaus fehlten schlicht die Leute, die sich so intensiv wie gewünscht um Zentren abseits der City kümmern könnten. Der CDU-Antrag wurde ad acta gelegt.

"Innenstadt ist eben nicht alles" - das hatte CDU-Ratsherr und Klein Hehlens Ortsbürgermeister Klaus Didschies bei der Einbringung seines Antrags gesagt. Das Ziel sei eine Prioritätenliste für die gesamte Stadt zur Aufwertung ihrer Stadtteile, so Didschies: „In fast jedem Ortsteil befinden sich öffentliche, städtische Flächen, die Kirchen, Einkaufszentren, Dorfgemeinschaftshäusern oder Wohnsiedlungen vorgelagert sind. Diese Plätze dienen dem Gedankenaustausch, sie fördern und prägen das soziale Gefüge und laden zum Treffen und Verweilen ein. Da die Infrastruktur dieser Plätze teilweise aus den 60er und 70er Jahren stammt, besteht unseres Erachtens langfristiger Handlungsbedarf.“

Diesem Vorschlag könne die Verwaltung "grundsätzlich zustimmen", hieß es jetzt dazu: "Die positive Entwicklung der Zentren aller Ortsteile ist wesentlicher Bestandteil der Stärkung gesamtstädtischer Lebensqualität. Es gilt, die Zentren zu stärken und zu entwickeln. " Gute Beispiele in der Stadt Celle zeigten dieses auch: "So wurden die Umgestaltungen von Plätzen wie dem Heese-Platz oder dem Vorwerker Platz gemeinsam mit Ortsräten und Bürgern entwickelt."

Auf Ebene einer strategischen Stadtentwicklung bemühe sich die Stadt Celle um ein sogenanntes. „Kompendium der integrierten Stadtentwicklung“ für Einzelhandel, Gewerbe, Mobilität und Wohnen, das die Gesamtstadt mit ihren Ortsteilen in den Blick nehme, so die Verwaltung: "Das Kompendium zielt auf eine nachhaltige Entwicklung ab. Auch wenn es keine konkreten Baumaßnahmen vorbereitet, soll es auch bei Grundsatzentscheidungen helfen, die die Ortsteile in ihrer Vitalität und Gestaltung betreffen."

Aufgrund des weiter verschärften städtischen Finanzhaushalts und der Zunahme an komplexen Planvorhaben wie Städtebauförderprogrammen und Konversionen sei derzeit eine komplette schrittweise Überplanung und Abarbeitung von baulichen Missständen in allen Ortsteilzentren nicht möglich, so Stadtbaurat Matthias Hardinghaus: "Allein schon die Ermittlung der anfallenden Kosten der einzelnen Maßnahmen erfordert Finanzmittel, die nicht im Haushalt vorhanden sind. Daher kann aktuell die konzeptionelle Vorleistung zur gewünschten Aufstellung eines Konzepts nicht bedient werden." Denkbar sei allerdings, dass bei gegebenen Anlässen die Begleitung von Planungsprozessen in den Ortsteilen vorgenommen werde.