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Celle Stadt Keine Spur von kompliziertem Bühnenstar: Joja Wendt in Celle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Keine Spur von kompliziertem Bühnenstar: Joja Wendt in Celle
09:26 03.12.2013
Am Donnerstag tritt der - Klavierentertainer Joja Wendt - in der Celler Congress Union auf.
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An das Selbstbewusstsein des Joja Wendt muss man sich erst einmal gewöhnen. Als ob alle selbstverständlich wüssten wer er ist, so trat er auf als er zu einem Termin mit einer Handvoll Klavierschülern kam, die allesamt gespannt darauf warten, was ihnen der aus dem Fernsehen bekannten Klavierspieler so erzählen oder vorspielen mag. Und nach diesem Termin ist dann ein Interview eingeplant.

So recht weiß er eigentlich nicht, was ihn bei dieser Terminkopplung eigentlich erwartet, aber dafür hat er ja sein mitreisendes Management dabei. Das ist in diesem Fall nicht nur seine Managerin, sondern auch der örtliche Konzertveranstalter. Und eine Fotografin kommt dann im Verlaufe der Veranstaltung mit den Schülern auch noch dazu. Wendt tritt ausgesprochen offen, freundlich und verbindlich auf. Interessiert sich für dieses und jenes, schaut sich im Garten um und redet flott drauf los. Keine Spur von einem komplizierten Bühnenstar.

Wendt ist kein klassischer Pianist. Das behauptet er auch nicht. Er ist auch kein rechter Jazz-Spieler. Aber er ist stolz auf seine Ausbildung in diesem Bereich: „Für mich war diese Zeit an der Manhattan School of Music und in den Niederlanden enorm wichtig. Das hat mir unheimlich viel gebracht damals.“

Wendt spielt Musik, die leicht fasslich wirkt und somit ein großes Publikum anspricht. Und das gilt sowohl fürs Klassische, das bei ihm allerdings eher am Rand eine Rolle spielt, als auch für Jazzige. Vor allem erfindet er leicht Verdauliches, das ganz unterschiedlich klingen kann. Aber immer springt es den Hörer geradezu an. Oder erfindet irgendwelche Jokes, die das Publikum beeindrucken. „Ich war in einer Sendung, in der ein Junge behauptet hat, er könne rückwärts gespielte Stücke erkennen. Da musste ich eine große Menge an Stücken dem entsprechend von hinten nach vorne spielen und auswendig lernen. Das verwende ich jetzt auch immer wieder mal in meinen Konzerten. Und übrigens: Ich finde es schade, dass in klassischen Konzerten so selten was zu den Stücken erklärt wird. Ich mache das immer.“ So läuft das Gespräch mit Wendt eigentlich die ganze Zeit: Man spricht eine Thema an. Wendt plaudert drauf los. Und dann schlägt er einen Bogen zu etwas ganz anderem. Und schon ist man mittendrin im nächsten Dialog mit ihm.

Angefangen mit dem Klavier hat er schon früh. So ganz genau weiß er das nicht. „Ich komme ja aus einem musikalischen Haushalt. Da stand immer ein Klavier und ich habe halt ganz ohne Noten drauf rum probiert. Da meine Eltern viele Musiker kannten, dauerte es auch nicht lange bis ich Klavierstunden bekam. Aber ich habe viele Klavierlehrer verschlissen mit meiner eigenen Art, mir die Welt der Klaviertöne zu erkunden. Die hatten es nicht leicht.“

Heute werden sich möglicherweise diese Klavierlehrer die Augen reiben, dass aus ihrem so besonderen Schüler inzwischen ein in vielen Ländern bekannter Entertainer geworden ist. In Celle wird das an diesem Donnerstag, 5. Dezember, zu erleben sein, wenn er am Vorabend seiner geplanten China-Tournee als Abschluss der Deutschland-Tournee mit dem Programm „In 88 Tagen um die Welt“ in die Celler Congress-Union kommen wird.

Von Reinald Hanke