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Celle Stadt Keine Streik-Probleme in Celle: "Der Metronom fährt doch"
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Keine Streik-Probleme in Celle: "Der Metronom fährt doch"
18:48 06.11.2014
Von Jürgen Poestges
Entspannte Fahrgäste: Auf dem Celler Bahnhof waren alle auf den Bahnstreik eingestellt und fuhren mit dem Metronom. Quelle: Alex Sorokin (3)
Celle Stadt

Celle Hauptbahnhof, gestern, 7.45 Uhr. Die Fahrradständer vor dem Gebäude sind so überfüllt als wäre es normaler Morgen. In der Bahnhofshalle und auf den Bahnsteigen herrscht keinerlei Hektik. Nur die Hinweise auf der großen Anzeigetafel weisen darauf hin, dass es eben kein normaler Tag ist: „Zug fällt aus“, steht da. Wer nach Berchtesgaden möchte (Abfahrt 8.40 Uhr) oder nach Stralsund (8.19 Uhr), der hat Pech. Von Celle aus kommt er da zumindest heute nicht hin.

Der Nahverkehr Richtung Hannover oder Uelzen hingegen fließt fast normal. Die Menschen hasten auf Gleis 7, denn da steht der Metronom nach Hannover, um 7.47 Uhr ist Abfahrt. „Ich bin Studentin, ich muss nicht unbedingt zu einer bestimmten Zeit in Hannover sein. Außerdem konnte ich mich ja nach der Streikankündigung drauf einstellen“, sagt Shanna Sander. Sie pendelt jeden Tag zwischen Celle und der Landeshauptstadt hin und her. „Ich sehe das relativ gelassen.“

Auf den Bahnsteigen mit den Zügen in die entgegengesetzte Richtung stehen auch nur entspannte Fahrgäste. „Warum soll ich unruhig werden, der Metronom fährt doch“, sagt ein junger Mann, der mit seinem Fahrrad auf den Zug Richtung Uelzen wartet. Die Züge, die fahren, sind ein wenig voller als normalerweise, ansonsten ist von dem Bahnstreik auf dem Celler Bahnhof nichts zu spüren.

Nebenan im Busbahnhof steht eine Gruppe von zwölf Menschen und wartet auf den Fernbus nach Hamburg. „Wir wollten eigentlich mit dem Zug fahren. Aber nach der Streikankündigung haben wir doch lieber über das Internet Fahrscheine für die Busfahrt bestellt“, erzählt eine Frau. Der grüne Wagen von „MeinFernbus“ soll um 8.20 Uhr in Celle halten, und er hat auch lediglich ein paar Minuten Verspätung. „Ich komme jetzt aus Wolfenbüttel, der Verkehr war eigentlich normal auf dem Weg nach Celle“, erzählt Fahrer Bernward Osseforth.

Der Bus sei allerdings ein wenig mehr gefüllt als an einem normalen Donnerstag ohne Bahnstreik. „Statt der rund 30 Personen sind es vielleicht zehn mehr“, sagt der Busfahrer. Er rechnet allerdings damit, dass es auf dem Rückweg voller werden wird. „Dann muss ich weiter nach Leipzig.“

Polizeisprecher Guido Koch vermeldet keinerlei Probleme von den Celler Straßen. „Der Verkehr läuft normal, ich habe nicht gehört, dass es irgendwo übermäßig voll gewesen sein soll.“ Er selber sei am Morgen reibungslos aus dem Nordkreis in die Stadt gekommen.

Profitiert vom Bahnstreik haben auf jeden Fall die Autovermietungen. Auf der Internetstartseite von Sixt prangt unter der Überschrift „Unser Mitarbeiter des Monats“ ein großes Foto von Bahn-Gewerkschaftsführer Claus Weselsky. Das spricht für sich – die Branche freut sich.