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Celle Stadt Keine Waffensteuer für den Landkreis Celle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Keine Waffensteuer für den Landkreis Celle
15:19 09.03.2012
Celle Stadt

"Ich kann nicht erkennen, warum das in Wietze zum Thema werden könnte", sagt Bürgermeister Wolfgang Klußmann. "Durch Waffen entstehen keine öffentlichen Lasten, die damit ausgeglichen werden." Eine andere Begründung für die Steuer könne der Wunsch nach Steuerung sein. "Die Waffengesetze sind so restriktiv und streng, die Steuer ginge ins Leere."

"Steuern müssen übersichtlich bleiben", sagt Helfried H. Pohndorf, Bürgermeister der Samtgemeinde Flotwedel. Die Administration einer solchen Steuer sei zu teuer, seine Verwaltung müsste eine Stelle schaffen. "Ertrag und Aufwand stehen in keinem Verhältnis." Und: "Das Schützenwesen ist in Niedersachsen ein Stück Jugendarbeit."

"Die Steuer würde sich extrem gegen Sportler, gegen Sportschützen richten", sagt Wilfried Ritzke, Vorsitzender des Kreisschützenverbandes. Im Vergleich zum Wert der Waffen sei so eine Steuer meist viel zu hoch: An 300 Euro denkt derzeit die Bremische Bürgerschaft. Neue Sportwaffen kosten Ritzke zufolge um die 3000 Euro; viele Schützen nutzen gebrauchte Waffen, die auch mal 15 Jahre alt sein können. Er erwartet, dass die Steuerpläne in Bremen bald endgültig vom Tisch sein werden. "Man wird damit nicht erreichen, was man erreichen will: den Missbrauch zu verhindern." Denn wer Missbrauch mit der Waffe betreiben will, so sagt er, der geht nicht in ein Sportgeschäft, der besorgt sich die Waffe illegal.

Diese Bedenken hegt auch Rainer Prokop, Bürgermeister der Stadt Bergen: "Wir kommen gar nicht an die Waffen dran." Der Landkreis sei es, der die Waffen registriere.

Theoretisch möglich wäre eine Waffensteuer, sagt Kreisrat Michael Cordioli. Der Landkreis hat, wie die Gemeinden auch, ein Steuerfindungsrecht. Wurde eine Waffensteuer im Landkreis Celle schon diskutiert? "Davon habe ich keine Kenntnis", sagt Cordioli. Im Landkreis Celle (ohne Stadt Celle) sind derzeit rund 2800 Waffenbesitzer registriert, teilte Sprecher Ulf Keller gestern mit. Sie besitzen mehr als 14.500 erlaubnispflichtige Waffen. Bei einer Steuer von 300 Euro käme der Landkreis also auf Einnahmen von 4,35 Millionen Euro.

Von Isabell Prophet