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Celle Stadt Keltics begeistern Celler Publikum mit Show der Extraklasse
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Keltics begeistern Celler Publikum mit Show der Extraklasse
18:57 08.01.2017
Eine Show der Extraklasse: Jedes Jahr aufs Neue gerät das Publikumaus dem Häuschen, die tanzbare Fröhlichkeit der Songs, der Humor, die Stimmeund die tänzerischen Einlagen des Frontmannes sind einzigartig. Quelle: Alex Sorokin
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„Alle in Bewegung?“, fragt Keltics-Frontman Thys Bouma in die Menge und nennt damit ein Stichwort für das Programm des Abends in der CD-Kaserne. Ja, alle Gäste tanzen, hüpfen oder schunkeln, an die „Drehzahl“ des Bühnenmatadors reicht allerdings keiner ran. Es wäre bereits eine gelungene Show, Boumas Tanzeinlagen, seiner unablässigen Interaktion mit dem Publikum zuzuschauen – der Bühnensteg hinein in den Zuschauerraum ist für ihn unverzichtbar – und dem Instrumentalspiel seiner sechs Mitstreiter zu lauschen. Aber dieser Mann singt ja auch noch. Und sobald er seinem Stimmorgan Töne entlockt, ist der Moment da, in dem die Keltics vollends in den Bann ziehen.

Eine Welt Whisky-getränkter Nächte in Hafenkneipen und verwegener Piraten-Raubzüge spiegelt sich im Klang seiner Stimme wider. Die in Folk, Rock und Balladen verpackten Texte, die oft vom Whisky, aber auch von Rebellen, Clans, Aufständen und Freiheit handeln, passen sich nahtlos ein in die Atmosphäre, die die Band im Folklore-Look erzeugt. „Mick bringt Euch rüber zur grünen Insel“, sagt Bouma eines von mehreren Instrumentalsolos mit dem Dudelsack an. „Gehen wir raus?“, fragt er seine Bühnenkollegen im Anschluss, und kündigt damit den obligatorischen Marsch in die Menge an.

Die erste Tuchfühlung gab es gleich zum Auftakt, die Keltics betreten die Bühne nicht aus dem Off dahinter, sie marschieren durch die Reihen ihrer Fans. Von diesen gibt es vermutlich auch deshalb so viele, weil bei dieser Formation alles etwas anders ist. Sie transportieren mit ihrer Musik nicht nur tanzbare Fröhlichkeit und Volkstümlichkeit, sie suchen zugleich eine so enge Verbindung zum Publikum, dass man es als Markenzeichen nennen kann. Kommt Bouma doch einmal aus der Puste, was bei seinem Pensum kein Wunder ist – immerhin spielt er nicht nur Luft-, sondern auch Beingitarre – dann heißt es: „Ich brauche Euch, Ihr singt, ich mache Pause.“

Kein Problem, die Fans haben die Texte drauf. Draußen herrscht Eiseskälte, die Halle kocht. Mehrfach muss Bouma ankündigen, dass das Ende naht. Fürs neue Jahr kündigt der Frontman an, glücklich und ernst zu werden. Seine Mitstreiter quittieren den Satz mit Lachen: „Na gut, dann machen wir eben fast ernsthafte Musik“, lenkt er ein und verlässt die Bühne.

Von Anke Schlicht