Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt Kinder fehlen: Aus für Celler Spielplätze
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Kinder fehlen: Aus für Celler Spielplätze
20:02 14.11.2014
Von Michael Ende
Spielplatz-Streichliste Stadt Celle Quelle: cz
Celle Stadt

Ältere Eltern kennen das: Wenn die Kinder „aus dem Haus“ sind, steht das Kinder- oder spätere „Jugendzimmer“ leer - neuer Platz für Papas Modelleisenbahn oder Mamas Fitness-Geräte. So ähnlich geht es jetzt der Stadt Celle. Im Rathaus plant man, die Anzahl der städtischen Spielplätze deutlich zu reduzieren. „Wir wissen, was auf unseren insgesamt 85 Spielplätzen los ist - und wir wissen auch, wo nichts los ist“, sagte Jens Hanssen, Fachbereichsleiter öffentliche Einrichtungen, am Donnerstag in der Sitzung des städtischen Ausschusses für öffentliche Einrichtungen. Der Politik präsentierte er eine Spielplatz-Streichliste mit insgesamt 13 Positionen.

Bernd Zobel (Grüne) meinte, dass nach seiner Einschätzung durchaus „der eine oder andere“ Spielplatz gestrichen werden könnte - aber gleich so viele? Hanssen nickte: „Genau: So viele. Das ist ein Einsparvorschlag, den die Verwaltung jetzt vorlegt.“ Dabei hat man im Rathaus eine Sparidee der SPD aufgegriffen, die bereits Ende 2012 angeregt hatte, dass die Verwaltung überprüfen sollte, ob alle Celler Spielplätze wirklich noch benötigt würden. SPD-Fraktionschef Jürgen Rentsch dazu: „Der demografische Wandel geht auch an Celle nicht vorbei. Nicht mehr benötigte Spielplätze müssen nicht mehr unterhalten werden. Das spart Kosten ein. Eventuell können beim Verkauf der Flächen auch noch Einnahmen für die Stadt generiert werden.“

Hanssen sagte im Ausschuss, dass der Verkauf der bis zu 2600 Quadratmeter großen Flächen dem Stadt-Etat nutzen könnte: „Eine Nachfolgenutzung als Bauland ist zu prüfen und grundsätzlich anzustreben. Dazu muss allerdings noch die planungsrechtliche Problematik gelöst werden, da fast alle Spielplätze in Bebauungsplänen festgesetzt sind.“

Von den in der Liste aufgeführten Spielplätzen hätten sich nicht nur die Kinder, sondern auch die Stadt schon längst „zurückgezogen“, so Hanssen: „Bestes Beispiel ist der Platz an der Mestwartstraße: Da gibt es kein einziges Spielgerät mehr, sondern nur noch Gras. Das ist ein klassisches Baugrundstück.“ Noch viel überflüssiger sei der Spielplatz an der Kopernikusstraße: „Der ist nie gebaut worden. Da wurde in über 25 Jahren gar kein Bedarf angemeldet.“ Keinesfalls wolle die Stadt nach dem Rasenmäherprinzip Spielplätze „platt machen“, sondern sich auf die Plätze mit Zukunft konzentrieren: „Die verbleibenden Spielplätze erfordern schon allein aus Gründen der Verkehrssicherungspflicht einen Pflegeaufwand, der aus Sicht der Verwaltung weiterhin erforderlich ist, um die Versorgung auch mit attraktiven Spielplätzen zu gewährleisten.

Stadtbaurat Ulrich Kinder erbat von der Politik erst einmal eine Grundsatzentscheidung darüber, ob die 13 Plätze aufgegeben und vermarktet oder für eventuell zukünftige Revitalisierungen reserviert werden sollten. Heiko Gevers (CDU) forderte eine Einbindung der Ortsräte in den Entscheidungsprozess. Dafür sprach sich der Ausschuss aus.