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Celle Stadt Kinder stärken mit Martin Luther
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Kinder stärken mit Martin Luther
15:54 10.03.2017
Von Gunther Meinrenken
Etwa 250 Mitarbeiterinnen der evangelischen Kindertagesstätten des Celler Kirchenkreises beschäftigten sich gestern in der Stadtkirche mit der Frage, wie man ihren Schützlingen den Reformator Martin Luther näher bringen kann. Quelle: Michael Schäfer
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Zum 500-jährigen Reformationsjubiläum spielt Martin Luther nicht nur bei den Erwachsenen Kirchenmitgliedern eine große Rolle. Seit bereits eineinhalb Jahren beschäftigt sich ein Vorbereitungsteam des Kirchenkreises mit der Frage, wie schon den Kleinsten der Reformator näher gebracht werden kann. "Martin Luther ist nicht nur essentiell für die evangelische Kirche, sondern er hat auch viel zum modernen Bildungsverständnis beigetragen. Er wollte, dass die Menschen mündig werden und dafür lesen können", erklärt Pastorin Helke Richter, die die Kindergärten des Kirchenkreises pädagogisch begleitet.

Für Elke Constabel, Leiterin der Kindertagesstätte Kapellenberg, ist dies ein Anknüpfungspunkt für die Arbeit mit den ihr und ihren Mitarbeiterinnen anvertrauten Kindern. "Unser Ziel ist es, die Kinder früh an Bildung heranzuführen", meinte sie.

Klar ist, dass die Ein- bis Sechsjährigen dabei wenig für historische Abhandlungen empfänglich sein dürften. Spiele, Gebete und Lieder stehen deswegen im Mittelpunkt in den Kindergärten. So gibt es zum Beispiel ein Rollenspiel, bei dem die Erzieherinnen sich mit Doktorhut und Talar als Luther verkleiden oder eine Handpuppe führt die Kinder in das Thema ein. Damalige Kinderspiele oder das Nachempfinden, wie Kinder in Luthers Zeiten gelebt haben, seien auch eine Möglichkeit des Zugangs.

Wichtig sei es, den Bezug zu den Kindern herzustellen. Dafür sind fünf Module entwickelt worden, die sich mit den Themen "Der liebe Gott sieht alles", Gerechtigkeit, "Bei Gott bin ich geborgen", "Religion macht Kinder schlau" und "Dem Ärger Luft machen" beschäftigen, und die gestern Nachmittag in Workshops vertieft wurden. "Kinder können sich äußern, was sie als ungerecht empfinden, oder sagen, was sie ärgert. Damit kann man gut eine Verbindung zu Luther herstellen, der in seinen Thesen ja auch festgestellt hat, was ihm an der Kirche nicht passt", erklärte Constabel, wie dabei eine Brücke zum Reformator gebaut werden kann.