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Celle Stadt Kinder verabschieden "ihre Wilma"
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Kinder verabschieden "ihre Wilma"
19:32 02.03.2015
Von Gunther Meinrenken
Nach mehr als 40 Jahren als Erzieherin in der Kita Kapellenberg ist Wilma Kietzmann gestern in den Ruhestand gegangen. Naomi, Paul, Dilay, Viktoria, Ida, Amara und Hevin (von links) bereiteten "ihrer Wilma" einen rührenden Abschied. Quelle: Benjamin Westhoff
Celle

Ein paar Tränen konnte Wilma Kietzmann am Ende dann doch nicht wegdrücken. Kein Wunder, liebevoll und herzerweichend hatten "ihre Kinder" der Erzieherin der Kindertagesstätte Kapellenberg einen rührenden Abschied bereitet. Nach etwas mehr als 40 Jahren geht "ihre Wilma" nun in den Ruhestand. In ihrer Zeit in dem evangelischen Kindergarten am Harburger Berg, die sie nur für fünf Jahre unterbrochen hatte, in denen sie sich um ihren eigenen Adoptivsohn gekümmert hat, hat Kietzmann ganze Generationen von kleinen Kindern begleitet, hatte teilweise schon die Eltern ihrer jetzigen Schützlinge unter ihren Fittichen gehabt.

1974 hatte Kietzmann in der Kindertagesstätte Kapellenberg angefangen. Zuvor hatte sie für kurze Zeit im Allgemeinen Krankenhaus als Kinderpflegerin gearbeitet. Kietzmann war zwar bereits in Wolfsburg als Kindergärtnerin tätig, hatte allerdings nach ihrem Umzug nach Celle zuerst nichts Passendes gefunden. Eine Krankenhauskollegin hatte sie dann auf die freie Stelle im Kapellenberg hingewiesen. Sie schaute vorbei, stellte sich vor und wurde angestellt. Ein Glücksfall für die Kita, für Kietzmann und vor allem auch für die Kinder.

Kietzmann konnte nun endlich wieder ihrer Berufung nachgehen, denn eine solche war die Arbeit mit Kindern für sie zweifellos immer gewesen. "Der besondere Reiz lag für mich darin, mit Kindern zusammen zu sein, als Vorbild für Kinder zu wirken und Kindern die Dinge nahezubringen, die in der heutigen Zeit wichtig für sie sind", schaute Kietzmann gestern auf ihr bewegtes Berufsleben zurück, das mehrmals Veränderungen erlebt hat. Von der früheren Vorschulerziehung bis heute hat sich einiges gewandelt. "Heute sollen die Kinder selbst agieren dürfen", so Kietzmann, der ein "herzliches Miteinander" immer wichtig war.

Besonders wichtig waren der Kindererzieherin auch stets die Migrantenkinder. "Das war mein Ding", erzählt Kietzmann, die vielen dieser Zuwandererkinder einen guten Start ins Leben in Deutschland ermöglichte, indem sie sich engagiert um sie kümmerte. "In den vergangenen Jahrzehnten waren es unzählige. Einige treffe ich heute noch manchmal auf der Straße wieder. Dann umarmen sie mich und sagen: 'Ach, meine Wilma'. Das geht mir unheimlich nahe", berichtet Kietzmann, die auch im Hehlentor wohnt und daher noch oft Kontakt zu ihren ehemaligen Schützlingen hat.

Im Ruhestand will Kietzmann erst einmal "etwas in Familie machen" und dann stehen Urlaube und Besuche an der See mit dem Wohnmobil auf dem Programm. "Die Nordsee hat es mir angetan", so Kietzmann.