Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt Kindergarten auf neuen Wegen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Kindergarten auf neuen Wegen
10:02 29.06.2012
Lobetalleiter Pastor Carsten Br‰umer und Kindergartenleiterin Stefanie Holler-Schwandt (rechts) freuen sich ¸ber die neuen Lobetal-Angebote. Quelle: Gert Neumann
Celle Stadt

CELLE. „Bewegung in freier Natur ist die natürlichste Art der Bewegung“, ist sich Lobetal-Kindergartenleiterin Stefanie Holler-Schwandt sicher und liegt damit exakt auf der Wellenlänge der Lobetal-Führung. Holler-Schwandt erläutert: „Über die Bewegung wird die Wahrnehmung, die Motorik, die Koordination und die Orientierung der Kinder gefördert. Das ist ein hervorragendes Fundament für ihre weitere Entwicklung. Zudem lässt das bewusste Erleben der sich ständig ändernde Natur die Kinder ihre Umwelt als eine schützenswerte Schöpfung Gottes wahrnehmen. Dies ist der Grund, weshalb wir am 1. August auf dem 2,5 Hektar großen Gelände unseres Abenteuerspielplatzes in den Morgenstunden eine Natur- und Bewegungsgruppe einrichten.“

Diese Gruppe wird sich in ihrer Ausrichtung an die so genannten Waldgruppen anlehnen, nur dass sie im Gegensatz zu diesen weit mehr bieten kann. So gibt es auch noch die Annehmlichkeit eines Abenteuerspielplatzes mit Schaukeln, Rutschen, Fußballplatz und so weiter, zudem die integrierte Nachbarschaft mit Tieren wie Pferden, Esel, Ziegen, Hängebauchschweinen, Meerschweinchen, Kaninchen und Hühnern. Jeweils von 8 bis 12 Uhr vormittags wird das ganze Areal den 15 Kindern dieser Gruppe zur Verfügung stehen, wobei – und dies ohne jede Außenwerbung – nur noch ein Platz zu vergeben ist. Alles wird und soll im Freien geschehen, es sei denn, die Wetterbedingungen lassen es wirklich nicht zu. Als Schutzraum wird dann ein Bauwagen der Gruppe und ihren zwei ausgebildeten Waldpädagogen zur Verfügung stehen. Zudem kann Holler-Schwandt auch auf die kooperative Zusammenarbeit mit Abenteuerspielplatz-Leiterin Ramona Lambrecht setzen, die nach der Natur- und Bewegungsgruppe bis 18 Uhr (außer Sonntags) den Abenteuerspielplatz wie bisher offen hält.

Auf dem naturnahen Abenteuerspielplatz können die drei bis sechs Jahre alten Kindergartenknirpse spielen, sich zum Essen oder Erarbeiten bestimmter Themen sammeln, Tiere beobachten und diese später auch pflegen. „Wichtig ist angemessene Bekleidung, vor allem im Winter. Es kommt nicht auf die Herstellermarke oder den farblichen Chic der Bekleidung an, Wärmequalität und Regenundurchlässigkeit, das Praktische also, ist entscheidend“, berichtet Pastor Carsten Bräumer , Leiter der Lobetalstiftung, aus eigener Erfahrung.

Ebenfalls ab dem 1. August richtet der Kindergarten der Lobetalarbeit eine „integrative“ 18 Kinder starke Gruppe ein, darin vier Kinder mit einer Behinderung körperlicher, geistiger oder seelischer Art. Drei Fachkräfte, darunter eine mit heilpädagogischer Qualifizierung, werden diese Gruppe betreuen. Damit setzt Lobetal ein Grundanliegen der UN-Menschenrechtskonvention um, nach der jeder Mensch einen Anspruch auf Teilhabe am Leben in der Gesellschaft hat. „Respekt und Anerkennung erlernen die Kinder spielerisch im Umgang miteinander“, ist sich die Kindergartenleitung sicher.

Von Gert Neumann