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Celle Stadt Kindertagespflege wird für Eltern in Celle günstiger
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Kindertagespflege wird für Eltern in Celle günstiger
17:43 02.12.2013
Von Oliver Gatz
Mit der neuen Kindertagespflegesatzung wird die Betreuung für die Eltern etwas günstiger, der Förderbetrag wird angehoben. Quelle: Peter Müller (Archiv)
Celle Stadt

Als „Schritt in die richtige Richtung“ bezeichnet Michael Osterloh von der Kindervilla in Altenhagen die neue Tagespflegesatzung, die das Ziel verfolgt, Kitas und Tagespflegeeinrichtungen gleichzustellen. Gleichwohl sieht der Kindertagespfleger auch nach erfolgter Überarbeitung der Satzung noch Verbesserungsbedarf – insbesondere bei der Anerkennung von Fehlzeiten der Kinder.

Die neue Satzung, die der Jugendhilfeausschuss in seiner jüngsten Sitzung einstimmig billigte, macht die Betreuung von Kindern in der Tagespflege für die Eltern ein Stück weit attraktiver. Denn der von der Verwaltung gezahlte Anteil am Stundensatz soll von derzeit 3,50 Euro im nächsten Jahr auf 3,90 Euro angehoben werden. Somit verringert sich für die Eltern der Differenzbetrag zu dem tatsächlich erhobenen Stundensatz, der in der Regel bei fünf Euro liegt.

Eine komplette Übernahme des Stundensatzes von fünf Euro würde sich im städtischen Etat mit rund 140.000 Euro Mehrkosten niederschlagen. Da das aufgrund der prekären Haushaltslage nicht möglich ist, schlägt die Verwaltung vor, die Anpassung des Stundensatzes auf das rechtlich Notwendige zu beschränken – eben im Regelfall auf 3,90 Euro. Dadurch betragen die Mehrkosten nur etwa 38.000 Euro.

Der Änderung liegt ein Urteil des Oberverwaltungsgerichts Niedersachsen zugrunde, das eine Anpassung fordert. „Mit dem Geldleistungsbetrag von insgesamt 3,90 Euro wäre dem Gebot einer angemessenen und leistungsgerechten Vergütung Genüge getan“, heißt es im Rathaus.

Die Verwaltung legt Wert darauf, dass die Ganztagsschule beziehungsweise der Hort Vorrang vor der Kindertagespflege haben soll. Doppelstrukturen sollen vermieden werden. Würde ein Kind statt in der Ganztagsschule und Hort in der Kindertagespflege betreut werden, müssten hier rund 3625 Euro pro Kind und Jahr zusätzlich aufgewendet werden, rechnet die Verwaltung vor.

Die WG hatte bei der Satzung auf eine Reihe von Änderungen gedrungen - und war letztlich mit dem Ergebnis zufrieden. Fraktionschef Torsten Schoeps dankte der Verwaltung für die „weitsichtige Entscheidung“ und dafür, dass eine Vielzahl von Anregungen und Verbesserungsvorschlägen der WG mit in die Satzung aufgenommen wurden. Allerdings hätte sich die WG gewünscht, dass Eltern auch in ihrem Urlaub die Förderung beim Stundensatz in Anspruch nehmen können, wenn die Kinder nicht in der Tagespflege betreut werden.

Darin sieht auch Osterloh den größten Knackpunkt in der neuen Satzung: „Hier besteht im Vergleich zu den Tagesstätten ein wesentlicher Nachteil für die Eltern.“ Egal ob Krankheit oder Besuch bei der Oma: Bei Krippen und Kitas werde nicht gefragt, warum ein Kind fehle. In einer Tagespflegeeinrichtung erhielten jedoch Eltern die Förderung nur dann, wenn das Kind krank sei – pro Krankheitsfall maximal 20 Tage. Fehle das Kind aus anderen Gründen, gebe es keine Förderung von der Stadt - mit der Konsequenz, dass in diesen Zeiten die Kinderbetreuung für die Eltern teurer ist.

Bei der Tagespflege zahlen die Eltern neben dem geförderten Stundensatz einen monatlichen Beitrag. Dieser beträgt nach Osterlohs Angaben für unter Dreijährige zum Beispiel 258 Euro für acht Stunden Betreuung pro Tag. Bei Kindern über drei sind es 230 Euro.