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Celle Stadt Kita-Streik in Celle geht in nächste Runde
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Kita-Streik in Celle geht in nächste Runde
14:14 07.05.2015
Bereits Mitte März legte ein Streik Celler Kitas lahm. Viele städtische Einrichtungen hielten nur Notgruppen bereit. Quelle: Carsten Rehder
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Am Mittwoch war die Gewissheit da: Mehr als 93 Prozent der Mitglieder in der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) stimmten bundesweit für den Dauerstreik aller Beschäftigten im Bereich des Sozial- und Erziehungsdienstes. „Im Bezirk Lüneburger Heide war die Beteiligung sogar noch höher“, sagt Henning Tech von der Verdi-Geschäftsstelle in Celle. Bundesweit werde der Streik daher am Freitag beginnen. Im Landkreis Celle wird ab Montag der Ausstand geprobt. „Notfalls auch über Pfingsten“, lautet es in einer Pressemitteilung. „Die Möglichkeit, in den fünf Verhandlungsrunden weiterzukommen und damit einen Streik zu vermeiden, haben die Arbeitgeber verspielt“, heißt es im Streikaufruf.

Zunächst werden sich zwei bis vier der insgesamt elf städtischen Kindertagesstätten beteiligen, dann werde der Streik immer weiter ausgebaut. „Es ist noch nicht ganz klar, wie wir das organisieren“, so Tech. Die Kita-Leitungen und die Eltern werden in die Gespräche miteinbezogen. Es soll während der Arbeitsniederlegung in der Stadt ein Infostand aufgebaut werden. In Lüneburg oder Hannover soll es wieder eine große Demonstration mit einer Kundgebung geben.

Die Eltern sollen zweimal informiert werden, so Tech. Einmal über den Träger und einmal von Verdiseite. Außerdem informiert Verdi auf der Homepage über den Streik und über Flugblätter. Bei der Celler Stadtverwaltung lagen bis gestern Abend noch keine Details zum Streik vor. Die Beschäftigten fordern unter anderem zehn Prozent mehr Einkommen. Auch Sozialassistenten sollen besser eingruppiert werden.

Auch die Zusteller von Briefen und Paketen könnten demnächst wieder den Ausstand proben. Verdi-Gewerkschaftssekretär Hans-Uwe Behrens sagt, wenn in den nächsten Verhandlungsrunden am Freitag und Samstag kein verhandlungsfähiges Angebot der Arbeitgeberseite auf dem Tisch liege, „werden wir reagieren müssen.“ Bereits am Wochenende wurden die Zustellungen bestreikt, auch in Celle erreichten einige Briefe und Pakete etwas später ihr Ziel. Getroffen habe es aber vor allem Hamburg. „Wir werden alles tun, um die Auswirkungen für unsere Kunden gering zu halten“, sagt Martin Grundler aus der Pressestelle der Deutschen Post.

Von Dagny Rößler