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Celle Stadt Kita-Streik schlägt auf Celle durch
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Kita-Streik schlägt auf Celle durch
18:08 18.03.2015
Von Gunther Meinrenken
Wegen des Warnstreiks blieb gestern die Kita St. Georg-Garten geschlossen. Die Kinder konnten nicht aufs Gelände. Quelle: Alex Sorokin
Celle Stadt

Der Streik von Betreuungskräften in den städtischen Kitas hat einen Großteil der Einrichtungen gestern so gut wie lahmgelegt. In einem Teil der Kindergärten wurden Notgruppen eingerichtet, ein Kindergarten war komplett geschlossen. Der Nachwuchs blieb in vielen Fällen zu Hause. „Wir haben die Rückmeldung erhalten, dass die Eltern großes Verständnis gezeigt haben und sehr entgegenkommend waren“, berichtete Michael Kessel, Fachdienstleiter Kindertagesbetreuung.

Vor allem Elternpaare, bei denen nur ein Teil arbeitet, waren bereits im Vorfeld gebeten worden, ihre Kinder gestern nicht in den Kindergarten zu schicken. Das habe sehr gut funktioniert. „Im Gertrud-Kock-Haus in der Fuhsestraße werden normalerweise 130 Kinder betreut. Gestern waren nur neun in einer Notgruppe da“, zeigte Kessel das Ausmaß des Streiks auf.

Insgesamt haben bei den städtischen Kitas 29 Mitarbeiterinnen gestreikt. Neben dem Gertrud-Kock-Haus gab es auch Notgruppen im Neustädter Holz und der Villa Kunterbunt in Groß Hehlen. Am St.-Georg-Garten blieb der Kindergarten sogar komplett geschlossen. „In Wietzenbruch und im Schlösschen konnten wir den Streik durch die anderen Mitarbeiterinnen auffangen“, erklärte Stadtsprecherin Myriam Meißner.

Der Warnstreik in den Celler Kindertagesstätten steht in Zusammenhang mit den derzeitigen Tarifverhandlungen. Die Gewerkschaft Verdi fordert für die Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst eine deutlich höhere Eingruppierung als bisher. Die Celler Erzieherinnen sind zusammen mit Kolleginnen aus Niedersachsen zur Kundgebung nach Lüneburg gefahren, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen. Die Demonstration war in die Salzstadt gelegt worden, weil deren Oberbürgermeister Ulrich Mägde (SPD) für die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände bei den Tarifverhandlungen mit am Tisch sitzt. „Die Erzieherinnen, Sozialarbeiter und Sozialpädagogen leisten wichtige und wertvolle Arbeit für unsere Gesellschaft. Trotzdem haben die Arbeitgeber beim ersten Verhandlungstermin kein Angebot zur Aufwertung der Arbeit vorgelegt“, sagte Gewerkschaftssekretär Matthias Hoffmann.

„Die Forderung von Verdi würde eine Tariferhöhung von 21 Prozent bedeuten. Ich glaube, jedem ist klar, dass eine solche Belastung der kommunalen Haushalte nicht darstellbar ist“, antwortete Celles Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende (SPD). Allein für den städtischen Haushalt würde dies Mehrausgaben von 1,3 Millionen Euro nur für die Kita-Mitarbeiterinnen bedeuten, rechnet Mende vor: „Ich glaube, die strukturellen Erhöhungen durch eine neue Entgeltordnung müssen Hand in Hand gehen mit den vom Städtetag geforderten Veränderungen in der Ausbildung bis hin zum dualen Studium.“