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Celle Stadt Klappe fällt für Celles letzte Videothek
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Klappe fällt für Celles letzte Videothek
19:16 01.06.2017
Von Audrey-Lynn Struck
Celle Stadt

Doch das Ausleihen von Filmen und Videospielen nebst kostenfreier Rezensionen, Kaffeekränzchen, Fifa-Turnieren und das Seele trösten wird schon bald der Vergangenheit angehören. Denn das "Celler Kultpärchen", wie viele Kunden das Ehepaar liebevoll nennen, schließt nach nunmehr acht Jahren ihre Filiale – und das nicht freiwillig.

Der Franchisegeber "World of Video" kündigte den Prempers im Dezember den Vertrag zum 31. Oktober und stellte sie damit vor vollendete Tatsachen. Die beiden mussten reagieren und kündigten ebenfalls schon zum 31. Mai. In der restlichen Zeit muss sich nun der Franchisegeber um die Räumung und den Verkauf der verbliebenen 8000 Artikel kümmern. "Den letzten Abgang mit dem Einpacken und Verkaufen aller Filme wollten wir uns nicht mehr gönnen", sagt Oliver Premper betrübt. Ihr ganzes Leben hatte an der Videothek gehangen, die nahezu jeden Tag geöffnet hatte.

Vor allem der persönliche Kundenkontakt sei ihnen immer sehr wichtig gewesen. "Das ist das, was uns als Kultpärchen so ausgemacht hat. Nie war bei uns der Kunde nur eine Nummer, sondern immer eine Person", so Oliver Premper. Die Filiale sei mehr als eine Videothek gewesen. Sie war familiärer Anlaufpunkt, der "kleine Tante-Emma-Laden" der Videotheken. Daher habe sie sich so lange als letzte Videothek Celles gehalten.

Auch Kundin Mady-Jeanette Müller ist eine von zahlreichen Stammkunden der Prempers, kam meist zusammen mit ihrer ganzen Familie zum Stöbern in die Videothek. "Vor allem mein Vater hält ganz große Stücke auf die Videothek. Er war schon seit dem ersten Tag immer hier", erklärt Müller. Sie war entsetzt, als sie erst vor einigen Tagen von der Zwangsräumung erfuhr.

Ihrem Vater Michael geht es da ähnlich. Er kann ebenfalls nicht verstehen, warum die Videothek so plötzlich geschlossen werden wird. "Einen gut gehenden Laden kaputt zumachen, so doof kann man doch gar nicht sein, das gehört verboten", ärgert sich der 53-Jährige, der den Laden noch bei keinem einzigen Besuch leer gesehen habe. Er wird wie viele andere Kunden vor die Frage gestellt: "Wo soll man jetzt hingehen?" Zumindest Prempers haben diese Frage für sich geklärt. Die beiden fahren noch heute nach Dänemark, um den Kopf wieder frei zu bekommen.