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Celle Stadt Klaus Engling will sich das Celle-Lied vornehmen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Klaus Engling will sich das Celle-Lied vornehmen
21:28 25.09.2017
Von Christian Link
Quelle: Christian Link
Celle Stadt

Noch beim 700-jährigen Stadtjubiläum vor 25 Jahren gehörte es zum Festprogramm dazu, für Mietzners "Celler Lied" zusätzliche Strophen zu dichten.

"Die einschmeichelnde Melodie mit den von heißer Heimatliebe durchpulsten Worten hat hier ein Celle-Lied geschaffen, das in Zukunft viel gesungen werden wird", schrieb Hanna Fueß in der CZ nach der Uraufführung. Ein aus heutiger Sicht schmeichelhaftes Urteil – zumindest wenn man die holprigen Verse betrachtet, die Stadtbaurat Theo Wilkens für das Lied dichtete. „Am Rand der braunen Heide / liegt eine Herzogstadt / in der die Bürgersleute sind / strebsam früh und spat", lautet die erste Strophe.

Deutlich lyrischer ist dagegen Mietzners "Der Tausch", das er nach einem Gedicht von Hermann Löns komponierte. Der Celler Klaus Engling stieß bei seinen Recherchen über Löns schon vor vielen Jahren auf das Lied. Mietzner hatte das Stück zusammen mit einer Interpretation von "Winter" im Jahr 1934 geschrieben und an das "sehr geehrte Fräulein Fueß" gesendet. "Die Löns-Lieder sind einfach und schlicht, das Celle-Lied ist wesentlich komplizierter", sagt Engling. Spätestens bis zum nächsten Schützenfest will er das komplexe Mietzner-Lied aber einstudieren und aufführen.

Laut Engling ist Mietzner einer von nur vier Komponisten, die Löns-Gedichte vertonten. Deswegen machte sich Engling schon 1988 auf die Suche nach Mietzners Grab auf dem Waldfriedhof. "Ein Friedhofswärter hatte mich noch an die Grabstelle gebracht. Hier war aber nichts mehr zu finden, nur noch eine Bank unter drei Birken, auf denen Mietzner oft gesessen haben soll", berichtet er.

Immerhin konnte Engling noch den Entwurf für den Familiengrabstein im Archiv aufstöbern. Den schmucklosen Thüster Kalkstein hatte Heinz Mietzner einen Monat nach den Tod seiner Mutter im März 1957 beim Steinmetz Carl H. Mischard in Celle in Auftrag gegeben. Im Mai 1985, kurz nach dem Tod seines Vaters, wurde der Komponist – wie gewünscht – dort selbst zur letzten Ruhe gebettet. 1988 wurde das Grab abgeräumt. "Es war niemand mehr da, der sich darum kümmern konnte", sagt Engling. Die Stadt Celle hatte offenbar kein Interesse daran, die letzte Erinnerung den vormals so beliebten Künstler zu erhalten. (cli)