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Celle Stadt Klausurtagung für Celler Rat: Hörstmann will nicht ins "Kloster"
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Klausurtagung für Celler Rat: Hörstmann will nicht ins "Kloster"
19:44 02.05.2014
Von Gunther Meinrenken
Zukunft der Unabhängigen vl. Roger Scherer Udo Hörstmann und Wulf Haack Quelle: Peter Müller (Archiv)
Celle Stadt

Dass das Verhältnis zwischen Dirk-Ulrich Mende (SPD) und weiten Teilen der Politik mehr als nur angespannt ist, hat sich spätestens gezeigt, als der Oberbürgermeister im Februar entnervt die Fraktionsvorsitzenden mitten in einer Arbeitssitzung aus dem Neuen Rathaus geworfen hat. Nun möchte Mende das Klima zwischen ihm und der Politik verbessern. Im ehemaligen Kloster Wöltingerode im Harz will der Oberbürgermeister am 22. und 23. Mai wichtige Themen mit den Fraktionsspitzen besprechen. Das kommt bei den meisten gut an, nur der Fraktionsvorsitzende der Unabhängigen, Udo Hörstmann, lehnt den Gang ins "Kloster" ab.Sparpaket und neuer Aufgabenzuschnitt in der Verwaltungsspitze sollen bei der Klausurtagung auf der Tagesordnung stehen. Daneben sollen sich die Streithähne in entspannter Atmosphäre und bei einem Bierchen auch persönlich ein bisschen näher kommen. Hörstmann findet das generell gut. "Aber das kann man auch in Celle machen", befindet er. Die 1000 bis 1500 Euro, die der Ausflug in den Harz die Stadt kostet, möchte er angesichts der angespannten Haushaltslage der Stadt einsparen. Weiterer Grund für die Ablehnung: Das Treffen ist Hörstmann zu "geheimbündlerisch". Er halte nichts davon, diese wichtigen Zukunftsthemen der Stadt hinter verschlossenen Türen zu beraten.Mende wehrt sich gegen diesen Vorwurf: "Wir werden natürlich öffentlich beraten. Bei dem Treffen wird nichts entschieden. Es gelte, "gemeinsame Korridore" abzustecken. Und: "Es ist gut und richtig, die Verhärtungen der Vergangenheit aufzulösen. Die räumliche Distanz zu den Alltagsgeschäften ist dabei hilfreich. Das ist keine Urlaubsveranstaltung", so Mende.Unterstützung erhält der Oberbürgermeister aus den Reihen der anderen Fraktionsvorsitzenden. Durchweg bedauert man die Entscheidung von Hörstmann. Torsten Schoeps (WG) findet dessen Verhalten "völlig daneben". Und Bernd Zobel (Grüne) wirft Hörstmann "den typischen Populismus der Unabhängigen" vor. "Verantwortungsvolle Politiker dürfen sich Gesprächen nicht entziehen", meint Joachim Falkenhagen (FDP). Die Einladung von Mende komme zwar spät, aber vielleicht nicht zu spät.