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Celle Stadt Klein Hehlener wollen Wald retten
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Klein Hehlener wollen Wald retten
10:45 23.11.2017
Von Michael Ende
Quelle: Michael Ende
Celle Stadt

KLEIN HEHLEN. „Da unterschreibe ich sofort!“ – viele Klein Hehlener reagierten so, als sie jetzt bei den Wochenendeinkäufen an einem Informationsstand über die geplante Abholzung des „Kollerschen Waldes“ informiert wurden. Eine neu gegründete Bürgerinitiative will die "grüne Lunge" des von zahlreichen Grünflächen durchzogenen Ortsteils retten. Am Stand in der Zugbrückenstraße informierten und diskutierten die Mitglieder des Ortsrates Klein Hehlen, Sabrina Katanic (Grüne), Nina Graap (SPD) und Inga Marks (SPD) sowie Vertreter der Bürgerinitiative mit Passanten.

„Warum soll der Kollersche Wald Neubauten weichen, wo doch die Engländerhäuser in unmittelbarer Nachbarschaft seit Jahren leer stehen?“, fragte eine besorgte Klein Hehlenerin im Namen vieler. Der bestehende Grüngürtel sei gleichermaßen "Schutz gegen die Schadstoffe" der Farbenfabrik Huber und gegen den Lärm vom viel befahrenen Bremer Weg, so die Ratsfrau Marks: „Uns als Politikvertretern ist es wichtig, dass die Menschen wissen, dass wir nicht grundsätzlich gegen die Bebauung sind. Wir sind für Kompromisse im Sinne von Vereinbarkeit von Natur und neuem Wohnraum."

Listen liegen aus: Katanic will, dass in Klein Hehlen "sensibel" mit der Natur umgegangen wird: „Gerade das Grün macht doch unseren Ortsteil aus.“ Unterschriftenlisten liegen weiterhin in der Apotheke an der Zugbrückenstraße aus. Und weil das Interesse so groß war, sei "zeitnah" eine Informationsveranstaltung geplant, so Marks.

Dorf unter Dünen? Auch Heimatforscher Hendrik Altmann war anwesend. Er informierte über die mögliche einstige Bedeutung des Waldgebietes zu Zeiten der Gründung von "Lüttchen Hehlen" – das übrigens älter ist als Celle. Altmann vermutet, dass unter den Dünen des hügeligen Waldgeländes die Reste des ursprünglichen Dorfes Klein Hehlen begraben sein könnten. Beweise dafür gibt es nicht. Altmann stützt seine These auf altes Kartenmaterial und Mutmaßungen aus vergangenen Jahrzehnten: "Die voranschreitende Bebauung kann sicherlich nicht aufgehalten werden. Allerdings wäre wünschenswert, die möglicherweise vorhandenen Bodendenkmäler entsprechend zu untersuchen und potenzielle Funde sicherzustellen."

Skizze aufgetaucht: Inzwischen liegt der CZ auch die Kartenskizze der geplanten Bebauung vor, die während der Bauausschuss-Sitzung zu diesem Thema öffentlich gezeigt wurde und seitdem sowohl von der Stadt als auch vom Investor unter Verschluss gehalten wird. Die von einem Bürger heimlich abfotografierte und deshalb unscharfe Skizze zeigt, dass sich im Falle einer Bebauung tatsächlich die Befürchtungen der Umweltschützer bewahrheiten würden: Der wertvolle Eichenbestand soll größtenteils verschwinden.

"Panikmache": Klein Hehlens Ortsbürgermeister Klaus Didschies (CDU) verweist darauf, dass das Planverfahren erst begonnen und längst noch nichts entschieden sei: "Dass von einzelnen Privatpersonen und dazu noch mit völlig überalterten, inoffiziellen Planskizzen Stimmung gemacht wird, halte ich für sehr merkwürdig und für überflüssige Panikmache." Seines Wissens plane der Investor eine der Umgebung angepasste Bebauung, wie man sie etwa aus dem gegenüberliegenden Areal „Im Teinert“ kenne: "Eine Vielzahl der vorhandenen Bäume soll unter Schutz gestellt und ein Waldstreifen zum Klein Hehlener Bach freigehalten werden. Vielseitige Bebauungsmöglichkeiten bieten den späteren Käufern die Möglichkeit, sich hier ihren Traum von einem eigenen Häuschen zu verwirklichen."