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Celle Stadt Kleine Hofmusik: „Sabbat“ klingt fröhlich-beschwingt aus
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Kleine Hofmusik: „Sabbat“ klingt fröhlich-beschwingt aus
22:06 01.08.2010
Eine kleine Hofmusik: „Sabbat-Ausklang“mit der Gruppe Paradawgma Quelle: Peter Müller
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Allzu anziehend war wohl die Örtlichkeit und allzu attraktiv schien das Programm unter dem Titel „Sabbat-Ausklang“, der auf jenen traditionellen Festtag der Juden hinweist, der am siebten Wochentag gefeiert wird und als heiliger Ruhetag gilt. Die eingängige Musik der kleinen Acoustic String Band „Paradawgma“ mit Burghard Bock (Geige, Mandoline, Gesang), Stefan Boeters (Kontrabass), Jan Jedding (Gitarre) und Laurent Quiròs (Mandoline) ist in ihren Klangfarben so recht geeignet, sich zurückzulehnen und die atmosphärische Stimmung dieses besonderen jüdischen Festtages zu genießen.

Mit einem mal fetzigen, mal melodiösen Mix aus Jazz, Folk und Klezmer hat sich „ Paradawgma“ ganz dem Stil der „Dawg Musik“ des jüdisch-amerikanischen Mandolinisten David „Dawg“ Grisman verschrieben. Darin ersetzt die Mandoline das Banjo, man verzichtet auf das Schlagzeug und entfernt sich somit vom typischen Country-Sound der Amerikaner. Der nordamerikanische Folk verknüpft sich mit Jazz und erweitert den Horizont zu südamerikanischen und europäischen Klängen mit Farbtupfern aus Klassik und Pop. Eine Mischung, die ideal zur Intimität des kleinen Synagogenhofes passte und durch instrumentale Virtuosität und blendendes Zusammenspiel schnell auch die Zuhörer in ihren Bann zog: mit temperamentvollem Gipsy-Swing, mit tänzerischen Klezmer-Klängen und Jazz-Traditionals von Didier Lockwoods „Vavavoum“ bis zu Django Reinhardts „Anouman“ und dem populären „Bay mir bistu sheyn“.

Mit Gedichten und Texten, mal ernsthaft informierend, mal humorvoll augenzwinkernd, ergänzte Burghard Bock das Programm. Die ganz große Show allerdings bot seine dreijährige Tochter Selma am Schluss, als sie sich bei der Zugabe beherzt unter die Musiker mischte und ein kleines Tänzchen wagte.

Von Hartmut Jakubowsky