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Celle Stadt "Klez.e" bieten grandiose Melancholie auf der MS Loretta
Celle Aus der Stadt Celle Stadt "Klez.e" bieten grandiose Melancholie auf der MS Loretta
19:16 21.03.2017
Von Gunther Meinrenken
"Klez.e" trotzten der Hitze auf der "MS Loretta", zeigten den Cellern, warum sie derzeit zu Recht in der Musikszene hochgelobt werden. Quelle: Oliver Knoblich
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Düstere Texte schwimmen in einem fein komponierten Klangbad aus melodischen Bassläufen und Synthesizermodulationen, darauf wabern gefällige Gitarrenakkorde, die aber auch immer wieder ins Kratzige und Rotzige abgleiten können. Das klingt schon beim ersten Ton nach „The Cure“ und das ist auch so gewollt, ist doch „Desintegration“ angelehnt an das Album „Disintegration“ der britischen Wave-Band, den musikalischen Helden von Siebert.

„Klez.e“ verkommt dabei nicht zu einer reinen Cover-Version. Sie bewahren ihre Eigenständigkeit. Und das liegt nicht nur an den deutschen Texten, sondern auch an den stimmigen Kompositionen. Bei aller Nähe zu ihren Vorbildern sind „Klez.e“ originell, innovativ, klingen unverwechselbar und bringen das live auch noch sehr gut rüber. Der Klang auf dem Motorschiff ist erstaunlich gut ausgesteuert, viele größere Bands klingen deutlich schlechter. Das Publikum ist begeistert.

Und die drei Jungs um Frontmann Siebert scheinen selbst mächtig Spaß zu haben. Normalerweise spielen die Bands auf dem Kulturschiff eine Stunde. „Klez.e“ wollen gar nicht mehr aufhören. Die Zugabe entwickelt sich zu einem zweiten Konzertteil, bei dem Siebert auch noch ein paar warme Worte für die Celler übrig hat. Die schnuckelige Fachwerkstadt hat ihm gut gefallen. „Vielleicht sollten wir nach Celle einheiraten“ komplimentiert er die Konzertgäste. Und wenn es zu langweilig werde, könne man ja auf die „MS Loretta“ kommen. Deren Crew hat mit „Klez.e“ auf jeden Fall einen großen Wurf getan – ein grandioses Konzert.