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Celle Stadt Klimaschutzfonds: SVO kürzt Mittel
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Klimaschutzfonds: SVO kürzt Mittel
18:39 23.02.2015
Von Gunther Meinrenken
Die energetische Sanierung der Hattendorfstraße 122-129, ein Projekt des Celler Bau- und Sparvereins, soll mit 80.000 Euro aus dem Klimaschutzfonds gefördert werden. Quelle: Benjamin Westhoff
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80.000 Euro für die energetische Vollsanierung der Hattendorfstraße 122-129, 14.000 Euro für eine automatische Heizsteuerung, 20.000 Euro für die Wärmedämmung an der Bruchhagenschule oder auch 53.000 Euro für die energetische Sanierung der Dachflächen der Hallen 18 und 19 auf dem Gelände der CD-Kaserne. Bei der nächsten Sitzung des Umweltausschusses (3. März, 17 Uhr, Neues Rathaus) entscheidet die Politik insgesamt über die Vergabe von 238.000 Euro an Fördermitteln für Großprojekte aus dem Klimaschutzfonds der Stadt Celle. In Zukunft werden nicht mehr so viele Gelder zur Verfügung stehen. Die SVO kürzt ihren Zuschuss deutlich.

420.000 Euro hat der lokale Energieversorger seit 2010 pro Jahr jeweils an den Landkreis und die Stadt überwiesen, um die Energiewende vor Ort zu unterstützen. Seit Anfang des Jahres hat die SVO diese Finanzspritze reduziert, um 280.000 Euro auf 140.000 Euro. "Das hat wirtschaftliche Gründe", erklärt SVO-Sprecher Andreas Gerow diesen Schritt.

Celles Klimaschutzbeauftragter Ulrich Kaiser, der den Klimaschutzfonds verwaltet, betont, dass die Kürzung von der SVO schon lange angekündigt war. "Der Betrag von 420.000 Euro war nie fest zugesagt worden. Die Unterstützung war von Anfang an mit der geschäftlichen Entwicklung verknüpft worden", erklärt er. Gleichwohl sei die Reduzierung des Zuschusses "ein Einschnitt, der unsere Möglichkeiten deutlich einschränkt. Das ist keine Frage", fährt Kaiser fort.

Neben der SVO hat die Stadt den Klimaschutzfonds ausgestattet, aber mit deutlich weniger Geld. Anfangs waren es 35.000 Euro im Jahr, im vergangenen Jahr wurde dieser Beitrag wegen der Haushaltskonsolidierung auf 20.000 Euro reduziert. "Insgesamt sind bisher über 2 Millionen Euro im Klimaschutzfonds zusammengekommen. Davon sind 1,5 Millionen Euro bisher für Projekte reserviert oder ausgeschüttet worden, inklusive der Vorhaben, die im nächsten Umweltausschuss auf der Tagesordnung stehen", erläutert Kaiser.

Der Klimaschutzfonds wird auch von zahlreichen Privateigentümern oder Häuslebauern in Anspruch genommen, die ihre Immobilie modernisieren oder mit der neuesten Technik ausstatten lassen wollen. Dafür gibt es maximal 5000 Euro. Kaiser beruhigt: "Die jetzt beantragten Projekte sind sicher." Allerdings sei nicht klar, wie künftig verfahren werden soll, wenn deutlich weniger Geld zur Verfügung stehen wird.

"Es kann nicht sein, dass die Mittel mit zwei Großprojekten aufgebraucht werden und der Rest der Anträge hinten runterfällt", sagt Kaiser. Er hält die Förderung von großen Maßnahmen in der bisherigen Höhe für illusorisch. "Wir brauchen dafür andere Maßstäbe", legt Kaiser der Politik ans Herz, das Thema zu diskutieren. Eventuell müssten die Förderrichtlinien geändert und an die neuen finanziellen Rahmenbedingungen angepasst werden.