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Celle Stadt Kolumbarium: Stadt Celle kapituliert vor Graffiti-Sprayern
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Kolumbarium: Stadt Celle kapituliert vor Graffiti-Sprayern
19:20 30.03.2017
Kein schöner Anblick: Graffiti-Sprayer schrecken mitten im Zentrum Celles nicht von Ruhestätten der Toten zurück. Schmierereien verschandeln sogar einige der Grabplatten. Die Stadtverwaltung weiß sich nicht mehr zu helfen. Quelle: Dagny Rößler
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Das Wort Kolumbarium stammt aus dem Lateinischen und heißt Taubenschlag. Wegen der optischen Ähnlichkeit wurden auch altrömische Grabkammern mit reihenweise übereinander angebrachten Urnennischen so benannt. Auf dem Hehlentorfriedhof finden die Celler solch eine Ruhestätte, doch dessen architektonische Erhabenheit wird durch unzählige hässliche Schmierereien torpediert. Selbst vor den Grabplatten schrecken die Graffiti-Sprayer nicht zurück.

Am Harburger Berg sind zwar noch alte Grabsteine zu sehen, doch in der öffentlichen Parkanlage finden seit rund 100 Jahren keine Beisetzungen mehr statt. "Im westlichen Teil befinden sich Kriegsopfergräber, für die ein ewiges Ruherecht besteht und die von der Stadt Celle gepflegt werden", erläutert Stadtsprecherin Myriam Meißner. Doch der Fachdienst Tief- und Landschaftsbau kapituliert am Kolumbarium vor den Sprayern.

"Der Aufwand für die Graffiti-Entfernung ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen und liegt zwischen 15.000 und 20.000 Euro jährlich", so Meißner. Demnächst werde zum Beispiel die Brücke über den Magnusgraben gereinigt. Verursacher würden trotz Anzeige bei der Polizei in der Regel nicht ermittelt. "Die Stadt hat allerdings auch positive Erfahrungen mit beauftragten Sprayern gemacht wie bei der Unterführung am Bremer Weg, die von anderen Sprayern zumindest für eine gewisse Zeit respektiert werden", betont die Sprecherin. Am Bremer Weg ahmte Graffitikünstler Jörg Pippirs mit seinem Team in Grüntönen und mit Bäumen die frühere „Klein Hehlener Allee" nach. Doch diese farbliche Neugestaltung kommt wohl für eine Grabstätte eher nicht infrage.

"Was das Kolumbarium betrifft, so können wir es natürlich wieder überstreichen lassen. Allerdings ist diese Maßnahme wohl nur von kurzer Dauer", vermutet Meißner. "Aufgrund der Erfahrungen, die wir mit dem Neuanstrich am Kunstwerk 'Blumentopf' im Französischen Garten und auch bei anderen Gelegenheiten gemacht haben, ist davon auszugehen, dass die ersten neuen Graffitis bereits innerhalb der ersten Wochen zu bewundern sind."

Von Dagny Rößler