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Celle Stadt Kombination von Licht und Farbe
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Kombination von Licht und Farbe
07:53 26.09.2018
Quelle: Birgit Stephani
Celle

Besucher der Celler Stadtkirche sind zunächst verwirrt. Direkt vor dem Altar hängt seit Sonntag eine Aluminiumtraverse aus Wellblech, Wellacryl und grünen Leuchtstoffröhren. Fast schon unbemerkt bleiben an den Säulen die sieben beleuchteten Schaukästen. Dabei handelt es sich um Kunstwerke von Peter Basseler und Paul Schwer. Der Hintergrund ist die Ausstellung „Light Box“ des Celler Kunstmuseums.

Seit den 1980er Jahren ist der Leuchtkasten fester Bestandteil der Gegenwartskunst. 18 Positionen national und international renommierter Künstler ermöglichen innerhalb der Ausstellung erstmals einen Überblick über das facettenreiche Medium. Fotografisch, installativ, malerisch, skulptural – die Lightbox wandelt zwischen den einzelnen Kunstformen. Strahlkraft und Präsenz vereinen die verschiedenen Positionen.

Wie bei anderen Lichtkunstmedien liegt der Ursprung des Leuchtkastens in der Außenwerbung. Künstler lösten ihn aus dem Kontext, erweiterten und veränderten seine Nutzung. Nach wie vor aber wirkt das im und vom Kasten ausstrahlende Licht auf den Umgebungsraum, füllt ihn mit einem betörenden Schein und zieht Betrachter in seinen Bann.

Als Installationskünstler setzt sich Paul Schwer beispielsweise intensiv mit den Strukturen, Elementen und Bedeutungen von Räumen auseinander. Seine künstlerischen Eingriffe und Ergänzungen bestehen meist aus geometrischen Formen, konstruiert aus einfachen Baumaterialien in Kombination mit Licht und Farbe. So wirkt seine Installation auf den Betrachter in der Stadtkirche irgendwie wie ein Fremdkörper, gleichzeitig aber auch wie etwas, was immer dort hängt. Doch grundsätzlich: Seine Installationen werfen Fragen auf zu vorgefundenen architektonischen Situationen, die von ihren Nutzern meist fraglos akzeptiert werden. Auf Rechtwinkligkeit, Geradlinigkeit und Massivität vonArchitektur reagiert der Künstler mit provisorisch anmutenden Elementen, mit Schrägen und Winkeln, mit Leichtigkeit und Licht.

Sein Lichtobjekt in der Stadtkirche erzählt, anders als die meisten religiösen Kunstwerke, keine Geschichte. Sie enthält keine Zeichen und Symbole und stellt doch die Frage: Wie wirkt sich die Schräglage des leuchtenden Balkens auf das Zusammenspiel von Senkrechten und Waagerechten in der Kirchenarchitektur aus?

Überschaubar, fast im Sinn selbsterklärend, sind dagegen die Schaukästen von Peter Basseler, der sich selbst als Welten-Erfinder bezeichnet. Mit viel Akribie baut der Künstler detailgetreue Schaukästen, in denen sich absurde Szenen abspielen. Für die siebenteilige Serie „o.T.“ hingegen musste er keine Geschichten erfinden, er fand sie im realen Leben. Anfang der 1990er Jahre lebte der Künstler in Chicago und ging mit seiner Kamera in der Großstadt auf die Pirsch. Seine Beute waren sonderbare Szenen zwischen baufälligen Lagerhäusern, auf schmuddeligen Hinterhöfen, schneebedeckten Parkplätzen und anderen abseits liegenden Örtlichkeiten. Diese Bilder sind ebenfalls in der Stadtkirche zu sehen.

Neben der Stadtkirche ist natürlich auch das Kunstmuseum Schauplatz und Standort der Kunstwerke. Diese lassen sich in den Räumen selbst, teilweise aber auch von außen entdecken.

Von Birgit Stephani

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