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Celle Stadt Kombination von alter Musik und Moderne trifft auf Bedürfnis kulturinteressierter Celler
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Kombination von alter Musik und Moderne trifft auf Bedürfnis kulturinteressierter Celler
12:54 28.11.2017
In der St. Ludwig Kirche wurde am Freitagabend das Konzert „Heinrich Schütz, Musikalische Exequien und zeitgenössische Reflexionen“ in der Reihe „Nachtklänge“ gespielt. Quelle: Michael Schäfer
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Das sind offensichtlich alles Menschen, denen es wichtig ist, dass in Konzerten, insbesondere in Kirchenkonzerten, nicht immer das Gleiche angeboten wird. Klaus-Hermann Anschütz als katholischer Chefkirchenmusiker der Region trifft mit seinen Ideen der Kombination von alter Musik und Moderne wenn nicht gar Avantgarde, aber eben auch mit den Grenzgängen hin zu anderen Künsten, offensichtlich das Bedürfnis vieler kulturinteressierter Bürger. Auf jeden Fall ist es auffällig, dass diese Konzerte, ganz gleich wie exotisch das Angekündigte erscheinen mag, doch immer eine beachtliche Zahl an Zuhörern in die Ludwigskirche kommt. Erfreulicherweise war dieses Mal die Kirche sogar gut geheizt, was man dort schon oft anders erlebt hat.

Auch dieses Mal ist wieder von einem Konzert zu berichten, das Niveau und Innovationslust auf das Schönste mit einander verband. Das Ensemble Viva Voce aus Lübeck sang stilkundig und technisch versiert die musikalischen Exequien von Heinrich Schütz. Diesen gegenübergestellt wurden diverse zeitgenössische Stücke, darunter auch eine Uraufführung aus der Feder von Anschütz selbst. Ganz exquisit geriet die Bearbeitung eines Stückes von Philipp Glass für Orgel und E-Gitarre: „Facades“. Diese Version wirkte in der Bearbeitung weit-aus reizvoller als in der soften und sehr modischen Originalversion für Streicher und Saxofon. Das war genauso eine Hörentdeckung wie Andy Mokrus am Jazzpiano. Wie dieser Mann musikalische Grenzen sprengt durch sein Spiel, das macht ihn zu einem Soli-tär in der Musikszene. Hier griff er Motive aus dem Schütz-Stück auf und verarbeitete sie spielend zu einer höchst inspirierten Jazznummer.

Von Reinald Hanke