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Celle Stadt Kommentar zu Krebserkrankungen rund um die Asse
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Kommentar zu Krebserkrankungen rund um die Asse
22:56 25.11.2010
Von Klaus Frieling
Celle Stadt

Als wenn die Pro-Atom-Politik der schwarz-gelben Bundesregierung nicht schon umstritten genug wäre: Gerade erst hat die Anti-Atomkraft-Bewegung bei den jüngsten Gorleben-Protesten soviele Menschen mobilisiert wie nie zuvor. Nun gibt es die Hiobsbotschaft gehäufter Krebserkrankungen im Umfeld der maroden Atommülldeponie Asse bei Wolfenbüttel.

Mit den gestern bekannt gewordenen furchtbaren Krankheits-Befunden werden die ohnehin schon besorgniserregenden Nachrichten aus dem Landkreis Wolfenbüttel noch getoppt. Wie Hohn wirkt da die Aussage des früheren Bundesforschungsministers Rüttgers vor dem hannoverschen Landtags-Untersuchungsausschuss, er könne sich nicht mehr recht an das Thema erinnern.

Zufall oder Kalkül? Die zeitgleich zum gestrigen Rüttgers-Auftritt bekannt gewordene Krebs-Statistik und die Erinnerungslücken des einst verantwortlichen Politikers zeugen davon, dass die „strahlende“ Thematik von einigen mächtigen Akteuren offenbar unterschätzt wird. Beide Meldungen sind Wasser auf die Mühlen der Atomkraft-Gegner, die das Handeln der Bundesregierung angesichts radioaktiver Gefahren als unverantwortlich geißeln.

Als wenn die energiepolitische Lage für Kanzlerin Merkel nicht schon angespannt genug wäre, stellen sich nun sogar unionsregierte Bundesländer bei der geplanten Laufzeitverlängerung für die Meiler quer: Während der Bund dank Brennelementesteuer jährlich zusätzliche 2,3 Milliarden Euro einnehmen will, müssten Länder und Gemeinden wegen der gleichzeitig sinkenden Gewerbesteuereinnahmen mit einem Minus von hunderten Millionen rechnen. Die Atompolitik, so scheint es, rechnet sich selbst für manchen Parteigänger des Berliner Bündnisses nicht mehr.