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Celle Stadt Kommentar zur Anschubfinanzierung für die Y-Trasse
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Kommentar zur Anschubfinanzierung für die Y-Trasse
21:58 01.11.2010
Von Klaus Frieling
Celle Stadt

Das Problem duldet keinen weiteren Aufschub: Das Anwachsen der Handelsströme beschert den Häfen an der niedersächsischen Nordseeküste gute Bilanzen, lässt die daran anschließende Transport-Infrastruktur aber an Grenzen stoßen. Wenn nicht noch mehr Brummis die Straßen verstopfen sollen, muss Platz geschaffen werden für zusätzliche Güterzüge. Und so erhält die seit 20 Jahren diskutierte Idee einer Y-Trasse von Hannover nach Bremen und Hamburg neuen Schwung.

Eine Schnellbahn-Trasse für den Personenverkehr zwischen den Großstädten soll den ICE-Zügen weiteren Zulauf bescheren – und auf den bisherigen Strecken gleichzeitig Platz schaffen für verstärkten Güterverkehr. Eine „Arbeitsteilung“, mit der die französischen Staatsbahnen ihr TGV-Expresssystem seit vielen Jahren erfolgreich betreiben und die „Mischnutzung“ auf deutschen Gleisen alt aussehen lassen (wo langsame Güterzüge den schnellen Intercity-Express oft genug ausbremsen).

Doch was in Hannover, Bremen und Hamburg zufriedenen Beifall findet, muss noch lange nicht im Interesse der Region Celle liegen – wir laufen Gefahr, zugunsten Walsrodes aufs Abstellgleis zu kommen. Gegenwind ist dem Projekt indes noch aus ganz anderem Grunde sicher: Bei der Frage nach den Kosten will sich auch Bahnchef Grube nicht so recht festlegen. Inzwischen werden Summen von bis zu vier Milliarden Euro genannt – ein Vergleich zu „Stuttgart 21“ drängt sich da auf.